Dienstag, 25. Juni 2013
Dienstag, 25. Juni 2013
Nein, man hat es nicht wissen können. Aber ahnen: Dass sich die Geheimdienste direkt in die Kommunikationstechnologie einklinken. Wie es der IT-Techniker Edward Snowden belegt hat.

Wer es vorher gewusst hatte, musste sich (selbst) vorwerfen ein Verschwörungstheoretiker zu sein. Aber ahnen, hätte man es können. Eine Ahnung, der die letzte Gewissheit, die Verschwörungstheorien eignet, abgeht.

Zu gross war der Glaube an die Allmacht der IT, zu löchrig die e-mail-Kommunikation, die alle Naslang gestopft und ausgebessert werden musste, zu frisch die Erinnerung an Daten- und E-mail-Sauger, wie der in Bad Aibling, der Ende der Neunziger in Bad Aibling Furore gemacht hat.

Was tun? Bösgläubig werden, weil man es immer schon gewusst habe?
Oder gutgläubig bleiben und die Wirklichkeit teilen, in eine gute, den Idealen dienende, ungefährlich wie volkseigene Atomkraftwerke und eine böse, den gierigen Profitinteressen entspringende.

Die Stimme der rationalen Ursachen-Analyse wird dünner, es fehlt der sonore Brustton der Überzeugung. Aber die böse Vorahnung, der Überwachung und Bespitzelung kann auch helfen, wenn sie nicht das ganze Denken beherrscht. Ein Hoch auf Edward Snowden! Auch wenn sich herausstellen sollte, dass ihn die Aussicht aufs grosse Geld geleitet hat, hat sich mit ihm ein Teil der Wahrheit zu Wort gemeldet, die sonst verschwiegen worden wäre.

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Donnerstag, 2. Mai 2013
Donnerstag, 2. Mai 2013
„Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.“ Dies Zitat des Psychologen Paul Watzlawick drängt sich immer wieder auf, besonders im Marketing, das ja ein operatives Handwerk ist. In den Zeiten des Druckes landen Werbebroschüren en masse im Briefkasten, in Zeiten des Internets News- und andere Letter zuhauf in der mailbox. In beiden exemplarischen Fällen bleibt der Auftrag des Marketings, in Erinnerung zu kommen und zu bleiben, auf der Strecke der Wiederholung und der Langweiligkeit. Unser Hammer heute ist die individualisierbare Kommunikation (gern mit Hilfe der Informationstechnik), unser Problem ist die individuelle Ansprache. Dazu braucht man erstmal individuelle, ansprechende Worte, damit sie auffällt und haften bleibt, die begehrte Marketing-Ansprache.

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Freitag, 15. März 2013
Freitag, 15. März 2013
Kreation (zum Geschmack vgl. 18.02.2013).
In Rezepten ist viel von Creation die Rede, weniger von Kreativität, denn es geht um das neue Produkt: das neue Geschmackserlebnis.

Sie wissen, wie Rosenkohl schmeckt? Sie wissen wie Parmesankäse schmeckt? Sie haben den Geschmack auf der Zunge, wenn Sie das lesen, den von Rosenkohl und den von Parmesan. Jedenfalls, wenn Sie erwägen, eins von beiden anzurichten. Wie schmeckt denn Blumenkohl mit Parmesankäse? Keine Ahnung? Was sagen denn Ihre Geschmacksnerven? Die sagen tatsächlich was. Die kombinieren Blumenkohl mit Parmesankäse, ohne dass sie einen Löffel angefasst haben. Aus zwei Geschmackseindrücken wird ein dritter. Völlig virtuell.

Man nehme: Den Geschmack von Rosenkohl. Man nehme: Den Geschmack von Parmesan. Man nehme andere Kocherfahrungen. Zum Beispiel: Rosenkohl mit Butter, da hat man das Sämige oder Tomatensauce mit Parmesan, da hat man das Gemüsige. Oder was Ihnen sonst so auf der Zunge ihrer Koch- und Kulturerfahrungen zergeht.

Das ist aber noch nicht alles. Ihr virtuelles Geschmackserlebnis Rosenkohl mit Parmesankäse beschäftigt sich - ebenfalls virtuell - mit Ihrer Anregung, zum Beispiel Schinkenwürfel dazu zu tun, angebratene Schinkenwürfel. Alles ins Gehirn geben, gut umrühren, etwas verfeinern und siehe da, fertig ist die neue Creation. Völlig virtuell.

Geschmacksnerven an Grosshirn: Könnte schmecken. Und sie machen sich ans Werk.
Ihre Kreation ist eine Gehirnfunktion, bevor sie in der Praxis verändert, weiterentwickelt wird, was sie wiederum auf neue Ideen bringt. Sie finden Geschmack. An Ideen, an Substanzen, an Gerüchen, an Atmosphäre. Liegt ja auch alles nah beieinander. Im Hirn.

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