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Donnerstag, 29. März 2012
Donnerstag, 29. März 2012
kuehnesmallworld, 17:21h
Bildung und Design
Mitbestimmung, demokratische zumal, ist es also nicht zu nennen, was in dieser Form des Design geschieht. Dazu sind die Rechte nicht verankert, wie z.B. in Teilbereichen des Städte- und Wohnungsbaus. Auch fehlt das klar beschriebene Objekt, der definierte Gegenstand der Mitbestimmung samt den Mechanismen, die Einfluss und Macht regeln.
Macht hat der Konsument schon, aber es ist eine Macht, vergleichbar der „Abstimmung mit den Füssen“ über wirtschaftliche und politische Verhältnisse. Der Macht „nein“ zu sagen, steht die Macht entgegen, diese Verhältnisse einzurichten und aufrechtzuerhalten.
So wie der Staatsbürger durch Trägheit und Nicht-Anpassung (passiven) Widerstand leistet, so sinds beim Konsumenten viele vergleichsweise unbedeutende Kaufentscheidungen, die sich summieren zu grossen Summen, sinkenden Verkaufszahlen, möglicherweise sogar die Pleite. Der gerade aktuelle Fall Schlecker illustriert das. Das funktioniert aber nur zusammen mit einer entsprechenden Presse, in dem Fall einer schlechten. Es muss sich halt „herumsprechen“ (vgl. 21. 03. 2012).
Und hier zeigt sich auch, welche (neue) Rolle Designern und kleinen Design-Firmen zukommt: Sie erregen Aufsehen, bekommen eine entsprechende Fachpresse, die irgendwann auch mal im wöchentlichen „Käseblatt“ landen kann. In Zeiten des Internet geht sowas viel schneller. Gemeint sind nicht „Gefällt mir“-Seiten, die können nur Trendreaktionen auslösen, gerade das ist nicht gemeint. Gemeint ist, was den Verbraucher argumentativ erreicht. Wenn der erreicht ist, und das ist immer eine kleine, im Fall von Design sogar meist kaufkräftige Gruppe, dann kann die Entwicklung Wellen schlagen.
Vom Couturier über die Haute Couture über Pret a porter, die Modeboutique und schliesslich die Kaufhäuser laufen die Wellen, die schliesslich bspw. die Farben der Saison transportieren. Design bekommt also eine (abgeschwächte) öffentliche Wirkung.
Meinungsbildung also auch hier, nicht nur im politischen, im wirtschaftlichen Bereich. Meinungsbildung auch durch eine Vielzahl an Meinung äussernden und Meinung hervorrufenden Publikationen (im Internet). Meinungsäusserungen transportieren Kriterien, an Hand derer eine Kaufentscheidung getroffen oder revidiert werden kann, die mich zu einem klugen, überlegten, bewussten Konsumenten macht. Das kann ein Produkt, das nur über den Preis geht, nicht. Dessen Käufer kann nur Preise vergleichen, wird also nicht in den Genuss des meinungsbildendenen „Mehrwerts“ kommen. Es ist doch erstaunlich wieviel Meinung und Argument auf eine Schokoladenpackung geht.
Meinungs-Bildung an allen Ecken und Enden, vom Öko-Kühlschrank bis zum Bio-Kaffee braucht den Kunden, der nicht nur Zahlen lesen kann, sondern den Konsumenten, der vergleicht, der abwägt, verwirft oder zustimmt. Aber das wichtigste: Dieser wird sich nicht nur seiner Marktmacht, sondern der Tatsache bewusst, dass die Entscheidung in seinem Kopf stattfindet. Das wichtigste ist: Selbstbewusstsein entsteht. Auch wenn diese Meinungsbildung noch nicht hineinschwappt in den politischen Raum, wie das bei Schlecker gerade passiert, wo es um die „Auffang“-, die Weiterbildungs-, die Vermittlungsgesellschaft geht.
Der Kunde ist halt nicht nur Kunde, sondern auch Arbeitender, der nicht rechtlos sein will, sowie Produzierender, der nicht von Billigheimern kahlgefressen werden will. Kommt es zu Konflikten, prallen die Interessen aufeinander, bildet sich Meinung. Aus Meinungsbildung aber kann Bildung werden, dann nämlich, wenn der Einzelne seiner Selbst zu bewusst geworden ist, um den Prozess des Wahrnehmens, Vergleichens und Abwägens wieder abzubrechen. Meinungsbildung ist ein (Schleich-) Weg zu einem Bildungs-Begriff, der den Vorteil hat nicht schon durch sich selbst eine Distanz herzustellen, die seine Aneignung verhindert.
Wir sind es gewohnt, den Konsumenten nur als Manipulationsobjekt zu denken. Das ist das Erbe unserer Geschichte als gegenüber der Wirtschaft abhängige Objekte. Wächst dagegen das Selbst- und Subjektbewusstsein, kann Meinungsbildung zu Bildung werden, die umfassend möglichst viele Gesichtspunkte einbezieht und selbstreflektiv, den eigenen Standort berücksichtigt.
Das ist an Schule viel wichtiger als der Wissenskanon: Selbstbewustsein, Subjektbildung.
Entweder lernt man in diesen Institutionen, dass andere die Macht haben, oder man lernt,
dass ein David einen Goliath schlagen kann: Mit einem guten Auge und zielgerichteten Handeln.
In der Zeit der deutschen Romantik sprach man von Herzensbildung, wenn man den nichtreglementierten, offiziösen „Bildungs-Weg“ benennen wollte. Heute, wo Informationen und Medien die Hauptrolle spielen, lässt sich von Meinungs-Bildung sprechen, um einen allgemein zugänglichen Bildungs-Weg zu bezeichnen.
Das Material für Bildung liegt auf der Strasse. Der Bildungsexperte muss helfen, dem Selbstbewusstsein auf die Beine zu helfen, so dass der Betreffende merkt, es mit Bildung zu tun zu haben.
Das tut er mit einer Sprache, die dem Einzelnen dies bewusst macht, eine Sprache die die Welt mit den Augen des einzelnen Subjekts sieht und nicht als blossen Gegenstand von Bildung und Erziehung. Fremdworte brauchts dazu nicht, die stehen schon auf der Schokoladenpackung.
Diese Art Experte hat letztlich Zutrauen zum Urteilsvermögen der Menschen, auch wenn beschränkter Horizont das Urteil immer wieder verfälscht. Das ist bei ihm selbst nicht anders. Horizonterweiterung passiert nur, indem man sich bewegt. Bildung ist halt ein Prozess und hat provisorischen Charakter. Wie soll sich Meinung sonst bilden? Auf seinen Status, seine Macht, muss der Bildungsexperte nur pochen, wenn es um seine Stellung in der Instititution geht, die ihn bezahlt und andere verpflichtet, hinzugehen. In der täglichen Meinungsbildung ist er dagegen einer, der begleitet, soffliert, Begriffe und Tatbestände herausfiltert und extrahiert, die das Bewusstsein davon, hier bilde sich einer, fördert und unterstützt. Und zwar auch in der Auseinandersetzung mit Funktion, Form und Design. Heutzutage ist Design nicht eins unter vielen Themen, sondern eines derjenigen, bei denen Interessen und Widersprüche besonders sichtbar und sinnfällig aufeinander stossen. Wie bei einem anderen Thema, der Ernährung, ist es also zur Meinungsbildung besonders geeignet.
Mitbestimmung, demokratische zumal, ist es also nicht zu nennen, was in dieser Form des Design geschieht. Dazu sind die Rechte nicht verankert, wie z.B. in Teilbereichen des Städte- und Wohnungsbaus. Auch fehlt das klar beschriebene Objekt, der definierte Gegenstand der Mitbestimmung samt den Mechanismen, die Einfluss und Macht regeln.
Macht hat der Konsument schon, aber es ist eine Macht, vergleichbar der „Abstimmung mit den Füssen“ über wirtschaftliche und politische Verhältnisse. Der Macht „nein“ zu sagen, steht die Macht entgegen, diese Verhältnisse einzurichten und aufrechtzuerhalten.
So wie der Staatsbürger durch Trägheit und Nicht-Anpassung (passiven) Widerstand leistet, so sinds beim Konsumenten viele vergleichsweise unbedeutende Kaufentscheidungen, die sich summieren zu grossen Summen, sinkenden Verkaufszahlen, möglicherweise sogar die Pleite. Der gerade aktuelle Fall Schlecker illustriert das. Das funktioniert aber nur zusammen mit einer entsprechenden Presse, in dem Fall einer schlechten. Es muss sich halt „herumsprechen“ (vgl. 21. 03. 2012).
Und hier zeigt sich auch, welche (neue) Rolle Designern und kleinen Design-Firmen zukommt: Sie erregen Aufsehen, bekommen eine entsprechende Fachpresse, die irgendwann auch mal im wöchentlichen „Käseblatt“ landen kann. In Zeiten des Internet geht sowas viel schneller. Gemeint sind nicht „Gefällt mir“-Seiten, die können nur Trendreaktionen auslösen, gerade das ist nicht gemeint. Gemeint ist, was den Verbraucher argumentativ erreicht. Wenn der erreicht ist, und das ist immer eine kleine, im Fall von Design sogar meist kaufkräftige Gruppe, dann kann die Entwicklung Wellen schlagen.
Vom Couturier über die Haute Couture über Pret a porter, die Modeboutique und schliesslich die Kaufhäuser laufen die Wellen, die schliesslich bspw. die Farben der Saison transportieren. Design bekommt also eine (abgeschwächte) öffentliche Wirkung.
Meinungsbildung also auch hier, nicht nur im politischen, im wirtschaftlichen Bereich. Meinungsbildung auch durch eine Vielzahl an Meinung äussernden und Meinung hervorrufenden Publikationen (im Internet). Meinungsäusserungen transportieren Kriterien, an Hand derer eine Kaufentscheidung getroffen oder revidiert werden kann, die mich zu einem klugen, überlegten, bewussten Konsumenten macht. Das kann ein Produkt, das nur über den Preis geht, nicht. Dessen Käufer kann nur Preise vergleichen, wird also nicht in den Genuss des meinungsbildendenen „Mehrwerts“ kommen. Es ist doch erstaunlich wieviel Meinung und Argument auf eine Schokoladenpackung geht.
Meinungs-Bildung an allen Ecken und Enden, vom Öko-Kühlschrank bis zum Bio-Kaffee braucht den Kunden, der nicht nur Zahlen lesen kann, sondern den Konsumenten, der vergleicht, der abwägt, verwirft oder zustimmt. Aber das wichtigste: Dieser wird sich nicht nur seiner Marktmacht, sondern der Tatsache bewusst, dass die Entscheidung in seinem Kopf stattfindet. Das wichtigste ist: Selbstbewusstsein entsteht. Auch wenn diese Meinungsbildung noch nicht hineinschwappt in den politischen Raum, wie das bei Schlecker gerade passiert, wo es um die „Auffang“-, die Weiterbildungs-, die Vermittlungsgesellschaft geht.
Der Kunde ist halt nicht nur Kunde, sondern auch Arbeitender, der nicht rechtlos sein will, sowie Produzierender, der nicht von Billigheimern kahlgefressen werden will. Kommt es zu Konflikten, prallen die Interessen aufeinander, bildet sich Meinung. Aus Meinungsbildung aber kann Bildung werden, dann nämlich, wenn der Einzelne seiner Selbst zu bewusst geworden ist, um den Prozess des Wahrnehmens, Vergleichens und Abwägens wieder abzubrechen. Meinungsbildung ist ein (Schleich-) Weg zu einem Bildungs-Begriff, der den Vorteil hat nicht schon durch sich selbst eine Distanz herzustellen, die seine Aneignung verhindert.
Wir sind es gewohnt, den Konsumenten nur als Manipulationsobjekt zu denken. Das ist das Erbe unserer Geschichte als gegenüber der Wirtschaft abhängige Objekte. Wächst dagegen das Selbst- und Subjektbewusstsein, kann Meinungsbildung zu Bildung werden, die umfassend möglichst viele Gesichtspunkte einbezieht und selbstreflektiv, den eigenen Standort berücksichtigt.
Das ist an Schule viel wichtiger als der Wissenskanon: Selbstbewustsein, Subjektbildung.
Entweder lernt man in diesen Institutionen, dass andere die Macht haben, oder man lernt,
dass ein David einen Goliath schlagen kann: Mit einem guten Auge und zielgerichteten Handeln.
In der Zeit der deutschen Romantik sprach man von Herzensbildung, wenn man den nichtreglementierten, offiziösen „Bildungs-Weg“ benennen wollte. Heute, wo Informationen und Medien die Hauptrolle spielen, lässt sich von Meinungs-Bildung sprechen, um einen allgemein zugänglichen Bildungs-Weg zu bezeichnen.
Das Material für Bildung liegt auf der Strasse. Der Bildungsexperte muss helfen, dem Selbstbewusstsein auf die Beine zu helfen, so dass der Betreffende merkt, es mit Bildung zu tun zu haben.
Das tut er mit einer Sprache, die dem Einzelnen dies bewusst macht, eine Sprache die die Welt mit den Augen des einzelnen Subjekts sieht und nicht als blossen Gegenstand von Bildung und Erziehung. Fremdworte brauchts dazu nicht, die stehen schon auf der Schokoladenpackung.
Diese Art Experte hat letztlich Zutrauen zum Urteilsvermögen der Menschen, auch wenn beschränkter Horizont das Urteil immer wieder verfälscht. Das ist bei ihm selbst nicht anders. Horizonterweiterung passiert nur, indem man sich bewegt. Bildung ist halt ein Prozess und hat provisorischen Charakter. Wie soll sich Meinung sonst bilden? Auf seinen Status, seine Macht, muss der Bildungsexperte nur pochen, wenn es um seine Stellung in der Instititution geht, die ihn bezahlt und andere verpflichtet, hinzugehen. In der täglichen Meinungsbildung ist er dagegen einer, der begleitet, soffliert, Begriffe und Tatbestände herausfiltert und extrahiert, die das Bewusstsein davon, hier bilde sich einer, fördert und unterstützt. Und zwar auch in der Auseinandersetzung mit Funktion, Form und Design. Heutzutage ist Design nicht eins unter vielen Themen, sondern eines derjenigen, bei denen Interessen und Widersprüche besonders sichtbar und sinnfällig aufeinander stossen. Wie bei einem anderen Thema, der Ernährung, ist es also zur Meinungsbildung besonders geeignet.
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Mittwoch, 21. März 2012
Mittwoch, 21. März 2012
kuehnesmallworld, 14:21h
Akquise für Designprodukte
Einbeziehung der Nutzer, Anwender, Betroffenen also in das Design-Konzept von Anfang an. Auch bereits in der Akquise? In der Akquise für Design-Konzepte und -projekte bei Firmen. Lässt sich auch im ersten Kontakt dieser (neue) Charakter des Designs deutlich machen?
Aber ja!
Indem man sich mit dem Entscheider (Produktmanager, Marketingleiter, Vertriebsleiter etc.sts. der Firma ins Bild setzt, ob und an welchen Fronten die Firma daran arbeitet, die Akzeptanz gegenüber ihren Produkten und Dienstleistungen zu erhöhen?
- ob neue Zielgruppen angesprochen werden sollen?
- ob sich die Resonnanz auf ihre Angebote verändert haben?
Werden rhetorische Fragen und Allgemeinplätze vermieden und nicht nur die Verkaufszahlen thematisiert ergeben sich aus diesem Ansatz Hinweise auf das Umfeld.
Wird zudem nicht die Lösung versprochen sondern vermittelt, einen kommunikativen Prozess anzustossen, der neue Gesichtspunkte ergibt.
Das Umfeld für Produkt und Dienstleistung sind Käufer und potentielle Interessenten. Die Vorstellung vom Umfeld zu erweitern, heisst die Aufmerksamkeit und/oder die Bedeutung zu erhöhen.
Akzeptanz und Widerspruch äussert sich bspw. im „Herumsprechens“. Herumsprechen passiert im Alltag, dreht sich um den Gesprächsgegenstand und den Nutzer, wie
- der Ärger, darüber, dass man die Käsepackung nicht aufkriegt
- die Freude darüber, dass sich Software und Gerät intuitiv gebrauchen lässt.
Das ist etwas anderes, als ein vom Werbe-Input angestossener Trend, über den sich sehr viel mehr, als dass etwas „in“ ist, nicht sagen lässt.
Schon im ersten Kontakt mit einem Firmenentscheider, beileibe nicht nur dem Fachentscheider Design, kann also bereits anklingen, was für den Entwicklungs- und Designprozess eine Rolle spielt.
Einbeziehung der Nutzer, Anwender, Betroffenen also in das Design-Konzept von Anfang an. Auch bereits in der Akquise? In der Akquise für Design-Konzepte und -projekte bei Firmen. Lässt sich auch im ersten Kontakt dieser (neue) Charakter des Designs deutlich machen?
Aber ja!
Indem man sich mit dem Entscheider (Produktmanager, Marketingleiter, Vertriebsleiter etc.sts. der Firma ins Bild setzt, ob und an welchen Fronten die Firma daran arbeitet, die Akzeptanz gegenüber ihren Produkten und Dienstleistungen zu erhöhen?
- ob neue Zielgruppen angesprochen werden sollen?
- ob sich die Resonnanz auf ihre Angebote verändert haben?
Werden rhetorische Fragen und Allgemeinplätze vermieden und nicht nur die Verkaufszahlen thematisiert ergeben sich aus diesem Ansatz Hinweise auf das Umfeld.
Wird zudem nicht die Lösung versprochen sondern vermittelt, einen kommunikativen Prozess anzustossen, der neue Gesichtspunkte ergibt.
Das Umfeld für Produkt und Dienstleistung sind Käufer und potentielle Interessenten. Die Vorstellung vom Umfeld zu erweitern, heisst die Aufmerksamkeit und/oder die Bedeutung zu erhöhen.
Akzeptanz und Widerspruch äussert sich bspw. im „Herumsprechens“. Herumsprechen passiert im Alltag, dreht sich um den Gesprächsgegenstand und den Nutzer, wie
- der Ärger, darüber, dass man die Käsepackung nicht aufkriegt
- die Freude darüber, dass sich Software und Gerät intuitiv gebrauchen lässt.
Das ist etwas anderes, als ein vom Werbe-Input angestossener Trend, über den sich sehr viel mehr, als dass etwas „in“ ist, nicht sagen lässt.
Schon im ersten Kontakt mit einem Firmenentscheider, beileibe nicht nur dem Fachentscheider Design, kann also bereits anklingen, was für den Entwicklungs- und Designprozess eine Rolle spielt.
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Donnerstag, 8. März 2012
Donnerstag, 8. März 2012
kuehnesmallworld, 15:42h
Prof Raab, Coburg über Design-Fehlentwicklung in einem Vortrag auf der EuroMold 2011.
"So entstehen auf der einen Seite Produkte und Leistungszusammenhänge, die in ihrer Austausch- und Vergleichbarkeit kaum wahrgenommen werden, sich nicht positiv positionieren können und lediglich über ihren Preis wettbewerbsfähig sind, auf der anderen Seite funktionsangereicherte Lösungen von hoher und häufig sinnfreier Aufgabenvernetzung und Komplexität. Diese nahezu zwanghaft anmutenden Vorgehens- muster aufzugeben und sich einer Entwicklungsstrategie mit einem sich an dem unmittelbaren Bedürfnis- und Lebensumfeld des Benutzers und seiner Community" wäre erforderlich.
Aber wie? Durch Einbeziehung der Nutzer, Anwender, Betroffenen.
Wie auch immer die Begriffe heissen, Design orientiert sich zunehmend an einem Prozess der Mitwirkung ähnlich wie in der Stadt- oder Wohnungsarchitektur. So jedenfalls die Theorie.
Solange es nicht die Praxis wird, sondern die Ausnahme bleibt, liegt der wirkliche Vorteil dieser neuen Ansätze im Blick weg vom Produkt und damit vom gestylten Produkt und hin zu einer Gesamtarchitektur, zu einer Landschaft.
Alles Design - oder was? Der Begriff bekommt inflationäre Ausmasse, dabei bleibt doch jede Auseinandersetzung eine über Meinungen und Einstellungen, wenn sie sich nicht an der Form des Einzelobjekts festmacht:
- Form, die Bedürfnisse sichtbar macht
- Form, die stört, sich widersetzt
- Form, die fordert und herausfordert
- Form, die Anstoss gibt, auch Denkanstösse über sich hinaus
Weg von der Funktionalität, hin zur Anwendung, Weg von der ausschliesslich um das Produkt kreisenden Funktion, hin zum anpassbaren und veränderlichen Gebrauchswert. Die Mehrfachnutzung, die Umnutzung zu verschiedenen Zwecken ist das Ziel auch aus ökologischen Gründen. Wir wohnen ja auch nicht mehr nur in Wohnblöcken, sondern haben ein ganzes Bündel von Bedürfnissen ans Wohnen, vom Arbeitsraum bis zur Sonnenterasse, Bedürfnisse, die sich im Lauf der Zeit ändern.
"So entstehen auf der einen Seite Produkte und Leistungszusammenhänge, die in ihrer Austausch- und Vergleichbarkeit kaum wahrgenommen werden, sich nicht positiv positionieren können und lediglich über ihren Preis wettbewerbsfähig sind, auf der anderen Seite funktionsangereicherte Lösungen von hoher und häufig sinnfreier Aufgabenvernetzung und Komplexität. Diese nahezu zwanghaft anmutenden Vorgehens- muster aufzugeben und sich einer Entwicklungsstrategie mit einem sich an dem unmittelbaren Bedürfnis- und Lebensumfeld des Benutzers und seiner Community" wäre erforderlich.
Aber wie? Durch Einbeziehung der Nutzer, Anwender, Betroffenen.
Wie auch immer die Begriffe heissen, Design orientiert sich zunehmend an einem Prozess der Mitwirkung ähnlich wie in der Stadt- oder Wohnungsarchitektur. So jedenfalls die Theorie.
Solange es nicht die Praxis wird, sondern die Ausnahme bleibt, liegt der wirkliche Vorteil dieser neuen Ansätze im Blick weg vom Produkt und damit vom gestylten Produkt und hin zu einer Gesamtarchitektur, zu einer Landschaft.
Alles Design - oder was? Der Begriff bekommt inflationäre Ausmasse, dabei bleibt doch jede Auseinandersetzung eine über Meinungen und Einstellungen, wenn sie sich nicht an der Form des Einzelobjekts festmacht:
- Form, die Bedürfnisse sichtbar macht
- Form, die stört, sich widersetzt
- Form, die fordert und herausfordert
- Form, die Anstoss gibt, auch Denkanstösse über sich hinaus
Weg von der Funktionalität, hin zur Anwendung, Weg von der ausschliesslich um das Produkt kreisenden Funktion, hin zum anpassbaren und veränderlichen Gebrauchswert. Die Mehrfachnutzung, die Umnutzung zu verschiedenen Zwecken ist das Ziel auch aus ökologischen Gründen. Wir wohnen ja auch nicht mehr nur in Wohnblöcken, sondern haben ein ganzes Bündel von Bedürfnissen ans Wohnen, vom Arbeitsraum bis zur Sonnenterasse, Bedürfnisse, die sich im Lauf der Zeit ändern.
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