Montag, 9. November 2015
Montag, 9. November 2015
Die Angst hat uns wieder. Pünktlich zum 9. November. Nach dem "Wir schaffen es!" jetzt also wieder die Angst vor der eigenen Courage. Vor den Flüchtlingsströmen, vor dem Nachzug. Es ist als brauchten wir zur Realitätsvergewisserung beides: Courage und Angst. Beide sind Wechsel auf die Zukunft. Man stellt sich die Zukunft entweder ermutigend oder beängstigend vor. Ein Hallraum, wie er unser perspektivisch vorausdenkendes Gehirn bereitstellt.

Angst ist dann auch eine Zukunftserwartung, so wie Utopie und Optimismus eine ist. Die Vernunft ist keine Lösung, sie ist ein zahnloses Gebiss, aber: Sie entsteht zwischen dem Hin- und Herswitchen zwischen dem einen und dem anderen, was den sich mit der Zeit ablagernden Bodensatz der Vernunft, welcher einer der Relativierung des einen durch das andere ist, anwachsen lässt.

Die Lösung ist nicht: Hab keine Angst! Die Lösung ist: Hab Angst und hab Mut!

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Dienstag, 3. November 2015
Dienstag, 3. November 2015
Was sagen die Skandale über unsere Manager? Und zwar über die konzernlenkenden Führungskräfte.

Siemens, die Deutsche Bank, VW, das sind die deutschen global wirksame Skandale der letzten Jahre. Welche Sprache sprechen sie?

Zunächst die, dass die Management-Seminare in ethischer Unternehmensführung und sozialer Verantwortung wirkungslos verpufft sind.

Die Skandale sprechen eine andere Sprache: Die des Mitmachens, des Sich-Wegduckens, des Sich-Beugens vor dem wirtschaftlichen und sozialen Druck. Auch mal erster sein, auch mal das Spiel machen, auf keinen Fall zurückstehen, abseits stehen.

Keine Frage, dass man dann bei der Aufklärung, beim Ausmisten des Stalls auch wieder erster ist. Als Folge der diversen Skandale kommt dann ein pusseliges Regelwerk und untadelige Beauftragte (meist Amerikaner). Aber gehts um den inneren Kompass unserer Manager, schweigt das Navigationsgerät.

Die Skandale der letzten Jahre sagen, dass wir immer mit dabei sind, immer mitschwimmen.

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Mittwoch, 28. Oktober 2015
Freitag, 23. Oktober 2015
Angesichts globaler Dimensionen brauchen wir eine

- Pädagogik, die die Lebenswelt einbezieht,

als solche aber nicht einfach Umweltpädagogik ist. Der Begriff Umwelt meint faktisch Natur, natürliche Umwelt. Daran kann auch der weitere Begriff der Ökologie und ökologischen Pädagogik, der heute en vogue ist, nur theoretisch etwas ändern. Eine Pädagogik der aktiven Einbeziehung von Lebenswelt ist mehr und wird mehr denn je gebraucht. Die Lebenswelten sind zwar (sehr) verschieden, konkret aber bestimmt durch den Radius, die Umstände und Verhältnisse, die mein Leben täglich berührt. Eine Pädagogik, die stillschweigend Umwelt an die Stelle der Lebenswelt setzt, macht sich blind gegenüber den mein Leben bestimmende Einflussfaktoren.


- Pädagogik, die Kompetenzen provoziert

statt Voraussetzungen abzuprüfen. Wieder haben wir es mit der Lebenswelt zu tun. Sie hat den Einzelnen so werden lassen, so passiv, so aggressiv, so fordernd, wie er im Leben auftritt. Bildung ist für einige Aufstiegsbildung, für andere soziales Netz, für weitere ein Selbstverwirklichungsprogramm. Der Bildung ist das anzumerken: An der Art wie sie absolviert wird, wie sie definiert wird und was an ihr für wichtig gehalten wird.
Bildung als Mittel zum Aufstieg, ist zuerst Mittel. Bildung als soziale Absicherung, ist zuerst kollektiv orientiert, Bildung als Selbstzweck schafft individuelle Spiel- und Freiräume. In der Realität haben wir es auch bei vorherrschenden Orientierungen mit Mischformen zu tun.
Dem Kamikaze-Pilot von German Wings fehlten Bildungsalternativen. Kamikaze soll soviel heissen, wie göttlicher Wind, was vielleicht mit „Gottesurteil“ übertragbar ist. Die Kälte, die Alternativlosigkeit merkte man ihm an. Die Selbstmordquote chinesischer Schüler in einem rigiden Auslesesystem ist hoch. Die Zahl amoklaufender Schüler, ob in Erfurt oder an der Columbine High School, hängt ab von der Rigidität des sozialen und gesellschaftlichen Modells. Dagegen helfen keine „weichen“ sozialpädagogischen Faktoren, sondern andere Bildungen, die Entwicklung von Kompetenz provozieren.

- Pädagogik, die auf Qualifikationsmodule statt geschlossene Berufsbilder setzt,

denn faktisch ist heute der Beruf nur mehr Eingangsqualifikation. Es fehlt an der Ehrlichkeit und Transparenz, das auch einzuräumen und besser: einzuplanen. Verschiedene Wege, viele Zugänge, lautet die Devise. Was in der Praxis oft längst der Fall ist, ist jetzt zu organisieren. Einen Gutteil der Anerkennungsbürokratie können wir uns dann sparen.
Sie ist im Grunde Protektionismus, Schutz der eigenen Qualifikationen.

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