Mittwoch, 2. September 2015
Mittwoch, 2. September 2015
Marktkommunikation ist Kommunikation mit besonderen Merkmalen, weder besonders schlechten oder guten, sondern eine, die sich an den Menschen als wirtschaftlichen Entscheider richtet. Weil er (zu Teilen) Entscheider ist, wird ihm ein Angebot gemacht. Um seine Entscheidungsfähigkeit tobt denn auch die Schlacht. Er sei absoluter Entscheider, die einen - er sei manipuliert, die anderen. Abseits der Maximalpositionen lassen sich folgende besondere Merkmale erkennen:

Man nähert sich dem Konsumenten/Entscheider nicht über den Zweifel, sondern über ein Waren oder Dienstleistungsprodukt, das seinen Bedarf decke, sein Problem löse. Statt via Zweifel als Weg der Auseinandersetzung mit Ansprüchen und Forderungen, wird sich dem möglichen Konsumenten mit Werbung und Angebot genähert.

Das gibt dem Konsumenten die Möglichkeit seine Ansprüche zu überprüfen, höher oder tiefer zu schrauben und dem Unternehmen die Möglichkeit, Marktresonanzen in seine Kampagnen einzuspeisen.

Es geht hier nicht darum, Kritik an den Rahmenbedingungen und den Auswahlkriterien auszublenden oder die "Entscheidungen des Marktes" als sozusagen "objektiv" zu sanktionieren, sondern darum, das Augenmerk auf diesen Prozess der Kommunikation im Markt und am Markt zu richten. Zum Vergleich: Der Prozess, in dem die bürgerliche Öffentlichkeit herausgebildet wurde, war auch kein Raum, frei von wirtschaftlichen Interessen. Die Bürger hatten sehr wohl welche und die Zeitungsverlage und Verlagshäuser waren privatwirtschaftlich organisiert. Man darf sich diesen öffentlichen Raum nicht so vorstellen, als wachten einige neutrale oder gar staatliche Instanzen über Fairness und Meinungsfreiheit. Das alles ist erst heute mehr oder weniger der Fall und entstand als Folge der Meinungsäusserung, die zum öffentlichen Raum beitrugen.

Im Gegenteil: Interessenskonflikte und Widersprüche haben diesen öffentlichen Raum erst begründet. Heute gerät der Markt zunehmend in den Fokus der öffentlichen Auseinandersetzung, ob es um Marktmacht, Ökologie, oder soziale Entwicklung (Fair Trade) geht. Veränderungen und Anstösse gehen zunehmend von diesem Bereich der Kommunikation aus obwohl und vielleicht auch weil die (wirtschaftlichen) Interessen aufeinandertreffen.

... link


Dienstag, 25. August 2015
Vermittlung
Nach Marketing und Sinn soll jetzt die Vermittlung stärker zu Wort kommen. Ich könnte auch sagen Umsetzung, Transfer oder auch Pädagogik. Deshalb als Zäsur hier die Überschrift. Ansonsten setze ich lieber auf den Zeitfaktor der persönlichen Entwicklung von Argumentationslinien.

Umsetzung, Transfer also, und da stellt sich die Frage, angesichts der permanent steigenden Informationsdichte und -geschwindigkeit, wie viel, wie schnell kann etwas verarbeitet, gelernt werden?

Nach Marc Wittmann (Gefuehlte Zeit München 2012), ist die grundlegende Dauer für die Wahrnahme des Jetzt-Momentes die 3-Sekunden-Phase ist, wie sie dem Ein/Ausatmen, dem Umkippen von Kipp-Figuren, dem als persönlich empfundenen Händeschütteln entspricht. Eine Dauer, die erforderlich ist, Eindrücke zu sortieren, zu akzentuieren, einzuordnen, was bedeutet: Gruppen zu bilden. Die 3-Sekundenphase wird ins Kurzzeit-Gedächtnis integriert, das Langzeit-Gedächtnis intergriert das Kurzzeitgedächtnis und macht es so zum Teil seines narrativen Selbst (40, 49, 69).

Der Mensch kann schneller reagieren, kommt dann aber über das Niveau der Shooter-Spiele mit ihren festgelegten Reiz-Reaktion Settings kaum hinaus. Multitask auf Zuruf, so wie es vielfach auch beruflich praktiziert wird, übt eine eigentümliche Faszination des Funktionierens aus. Die Automatisierung wirft ihre Schatten voraus und wir beeilen uns, ihnen nachzukommen, statt ihr den Widerstand der Verarbeitung entgegenzusetzen. Das immerhin können wir vom Computer lernen: Steigt die Komplexität, nimmt die Verarbeitungszeit zu, auch wenn sie „mit blossem Auge“ niicht mehr wahrzunehmen ist.

... link


Montag, 24. August 2015
Montag, 24. August 2015
Über die Pflicht zum sinnvollen Tun war vor zwei Beiträgen die Rede, von der Pflicht glücklich zu sein, spricht Alain (bekannt unter diesem Künstlernamen und mit diesem Titel). Alain ist kein Ratgeber, er ist ein Befehlsgeber, ein Lebensbefehlsgeber. Und manchmal brauchts das. Für die ganze Reise reicht das nicht, aber zum ersten Schritt muss man sich manchmal kommandieren.

... link