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Dienstag, 18. November 2014
Dienstag, 18. November 2014
kuehnesmallworld, 10:02h
Der Handel der Anderen oder: 11 theoretisch unvollständig abgesicherte Thesen zur wirtschaftlichen Entwicklung
Was vor ein paar Tagen in diesem Blog & Bre4 zu Sinn & Kommerz u.a. anhand von Otti Fischer Anlass für (launische) Bemerkungen war, dazu noch etwas Theorie-Futter:
1. Der Antisemitismus grundiert viele gesellschaftliche Figuren und Äusserungsformen. Auch der Kapitalismus liefert Feindbilder, hinter denen, von rechts bis links, immer wieder antisemitische Fratzen auftauchen, die aus einer berechtigten und differenzierenden Kritik ein Feindbild machen.
2. Das Zinsverbot im Judentum, Islam und Christentum hat unter anderem Pate gestanden. Die Austreibung der Händler aus dem jüdischen Tempel durch den religionsstiftenden Christus liest sich da als Bestätigung, dass Geld und Geist verschiedene Bereiche besetzen.
3. Der wahre Jakob, wie sein Zwilling, der billige Jakob, die mit Waren von Markt zu Markt ziehen, hören beide auf den Namen Jakob, bedienen sich der jüdischen Abstammung wie der christlichen Tradition, die Jakobs Gebeine nach Santiago de Compostela expedierte und fortan den "wahren" Jakob vom "billigen" Plagiarius unterschied, der allüberall wundertätige Knochen vermarktete. Seinen Nachhall findet dieser Zungenschlag in der Sprache, wenn sie "feilschen" gleichsetzt mit "verhandeln" oder beklagt, alles, wirklich alles werde kommerziell, es ginge nur um den Profit, während man gleichzeitig sorgfältig darauf achtet, sich seine Scheibe abzuschneiden, also zu profitieren vom Profit. Allerdings, und das ist wichtig, ohne dem Verkauf, dem Anbieten, dem Handeln zu nahe zu kommen, sei es durch Zwischenschalten von "Ab"-Verkäufern, von Internetplattformen etc. Von allem, was den Eindruck persönlicher Berührung macht, wird Abstand gehalten. Dazu gehört auch, dass man "völlig" ausgelastet und "immer" nachgefragt sei. Verkauf und Handel ist Verkauf und Handel der Anderen. Man kann jahrzehntelang über die Bedeutung des Marktes theoretisieren und in seinem eigenen Leben einen so grossen Bogen wie möglich darum machen. Das Gefühl abhängig zu sein und abhängig zu machen, ist zu unangenehm. Man selbst ist dagegen zuständig für die Markt-"Beobachtung", die Beratung, die Inhalte. So oft ist mittlerweile statt von Verkauf von Beratung die Rede, dass der Beratung auch schon niemand mehr traut. Und Militär-"Berater" sind Verkaufsberater, sie trainieren den Einsatz von Waffen, die vorher Objekt des Handelns und Verhandelns waren. In dem Satz, "wer Lust hat zu tauschen, hat Lust zu betrügen", gelangte durch den Mund meiner Oma dieser Zungenschlag in mein Kinderzimmer, um den Streit der Geschwister zu dämpfen. Dabei ermöglicht und erfordert Handel, der auf dem Markt Platz findet, Aus-Tausch, Kommunikation und verhindert so, sich seinen Teil mit Gewalt zu nehmen, auch weil man den Handelspartner ja noch braucht, sprich abhängig von ihm ist.
4. In den moralisch kodifizierten Bereich der Lust und Begierde wird so expediert, was Bedarf und menschliche Existenz betrifft. Dabei sind die Basics recht nüchtern:
Der instrumentell handelnde Mensch, der den Vorteil und den Nutzen sucht, der Mensch, der "hat", steht in unserem Bewusstsein dem gegenüber, der "ist", der Wert und Würde in sich trägt. Der Zwiespalt geht quer durch unser Bewusstsein, wir finden als Verkäufer alles zu billig und als Käufer alles zu teuer. Die Auswege sind Holzwege: Der Zwiespalt wird weggeheuchelt, indem man sich ein Weltbild zulegt, indem man letzten Endes ideell überhöht doch auf der richtigen Seite steht und sei es als Opfer der Verhältnisse oder indem man die Marktteilnehmer mit Verachtung straft, stigmatisiert und moralisiert.
5. Der Kapitalismus wurde im Zuge der Industrialisierung als System der Ausbeutung begriffen. "Die wesentliche Bedingung für die Existenz und für die Herrschaft der Bourgeoisklasse ist die Anhäufung des Reichtums in den Händen von Privaten, die Bildung und Vermehrung des Kapitals; die Bedingung des Kapitals ist die Lohnarbeit." (Komm. Manifest, 3. Kapitel, zit. nach Projekt Gutenberg). Aus moralisch grenzwertigen Profiteuren wurde die Herrschende Klasse, der Kapitalist und der Kapitalismus.
6. Herrschaft, Macht und Ausbeutung gabs schon vorher, was also kann der Kapitalismus, was andere Formen von Herrschaft und Besitz nicht konnten?
Das Kapital von andern Formen des Besitzes in Form von Geld und Wertpapieren ablösbar, ist jederzeit verfügbar und an jeder beliebigen Stelle einsetzbar. Grosse Mengen an Kapital in kürzestmöglicher Zeit zu organisieren, ist sein Charakteristikum.
7. Die verschiedenen "Stellschrauben", an denen mittels Investition gedreht werden kann, statt ausschliesslich hierachisch von oben nach unten zu finanzieren und vorzugehen, führt indes zu Formen der Kleinteiligkeit auch des kleinteiligen Wirtschaftens. Crowd-funding ist eine der neuesten Ableger dieser Kleinteiligkeit, die die Abhängigkeit von Banken und Investitions- Monopolisten mindert.
8. Geht man davon aus, dass wirtschaftliche Entwicklungen Teil gesellschaftlicher Entwicklungen sind, sind diese ebenso wenig nicht an ihr Ende gekommen und es ist anzunehmen, dass auch diese (kleinteilige) Entwicklung Fakten schafft. Wer sich in Märkten bewegt, handelt, kauft und verkauft, wirbt und vermarktet, findet eine Vielzahl von Ansatzpunkten für Investitionen und Aktivitäten. Dabei ist weniger bedeutsam, ob das Engagement "eigennützig" oder moralisch "gut" ist, sondern wie sehr es wirtschaftlich und gesellschaftlich aktiviert und aktiv Handelnde und Entscheidende auf den Plan ruft. Ökologische und soziale Initiativen, die an sehr verschiedenen Stellen ansetzen, sind Beispiele dafür. Sie kleben ein Preisschild an das, was es vorher nur im Paket gab, stellen Umweltkosten oder Sozialkosten gesondert in Rechnung und schaffen damit neue Märkte, nicht zuletzt auch neue Werbe- und Marketingformen. Auf diesen Gedanken sind monolitisch strukturierte Volkswirtschaften noch garnicht gekommen. Sie bieten ein
All–Inklusive–Paket, in dem vom gegliederten Bildungssystem über vorgezeichnete Berufslaufbahnen, einem favorisierten Lebensmodell bis zu Uniformierung und dem Eingezogen-werden im Fall von Krieg oder Verteidigung alles drin ist.
9. Zu allen langfristigen Anlagen muss man den Kapitalismus dagegen mit aufwändigen Nutzen-Kosten-Analysen Punkt für Punkt überzeugen. Wirksamer sind da schon unmittelbar auftretende Nachteile und Schäden. Was nicht unmittelbar den Nutzen der Investition belegt, liegt dem Kapitalismus nicht, wie z.B.
- Materielle Werte, die weniger gewinnträchtig sind als Kapitalanlagen. Sind sie es doch, weil viel sie investiert wird, schlagen sie unweigerlich Blasen, die dann in sich zusammenfallen.
- Qualifikationen und Kompetenzen, die nicht als berufliche Qualifikation unmittelbar zum Einsatz kommen und so ihren Nutzen selbst erklären. Viele Startup-Förderungen machen die Geförderten, die langwierige Bewilligungsprozesse zu durchlaufen haben, abhängig von staatlichem Topf und Tropf statt persönliche Kompetenzen und Eignungen zu befördern, die vom nächsten Förderungsmodell letztlich unabhängig machen.
- Soziale Beziehungen, die nicht als Trend oder mittels "social" media zum Gegenstand von Marketingstrategien werden, sondern selbst zum Anstoss von Entwicklungen werden.
10. Der heutige Kapitalismus reagiert entschieden zu situativ. Persönliche Entwicklung, Prozesse in der Natur, gesellschaftliche Entwicklungen laufen in anderen Zeitphasen und Zyklen ab als konjunkturelle Auf- und Abschwungphasen. Deshalb braucht es keine alles erklärenden Ideologien sondern eine schrittweise und fortschreitende Synchronisierung der Zeiten und Prozessen, und zwar dort, wo Zusammenhänge dies nahelegen. Nichts anderes als Vereinbarkeit und Differenzierung heisst dies. Es heisst nicht einer Ideologie des "Natürlichen" zu frönen, auch wenn es lenkend wirken kann, dass uns die Erde buchstäblich unterm Hintern zu heiss wird.
11. Der Prozess der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung, ob dialektisch oder nicht, ist weder am Ende noch zu seinem Ende gekommen, im Gegenteil, nimmt man die Vorstellung eines Prozesses ernst, ist weder die Entwicklung noch das Ende absehbar, sondern voller Überraschungen und Widersprüche, wir selbst sind sein Resultat und sollten uns tunlichst nicht zwischen den erstarrten Fronten, "Anrüchigkeit" hier, "Moral" dort, einmauern lassen.
"Mehr sog i ned."
Was vor ein paar Tagen in diesem Blog & Bre4 zu Sinn & Kommerz u.a. anhand von Otti Fischer Anlass für (launische) Bemerkungen war, dazu noch etwas Theorie-Futter:
1. Der Antisemitismus grundiert viele gesellschaftliche Figuren und Äusserungsformen. Auch der Kapitalismus liefert Feindbilder, hinter denen, von rechts bis links, immer wieder antisemitische Fratzen auftauchen, die aus einer berechtigten und differenzierenden Kritik ein Feindbild machen.
2. Das Zinsverbot im Judentum, Islam und Christentum hat unter anderem Pate gestanden. Die Austreibung der Händler aus dem jüdischen Tempel durch den religionsstiftenden Christus liest sich da als Bestätigung, dass Geld und Geist verschiedene Bereiche besetzen.
3. Der wahre Jakob, wie sein Zwilling, der billige Jakob, die mit Waren von Markt zu Markt ziehen, hören beide auf den Namen Jakob, bedienen sich der jüdischen Abstammung wie der christlichen Tradition, die Jakobs Gebeine nach Santiago de Compostela expedierte und fortan den "wahren" Jakob vom "billigen" Plagiarius unterschied, der allüberall wundertätige Knochen vermarktete. Seinen Nachhall findet dieser Zungenschlag in der Sprache, wenn sie "feilschen" gleichsetzt mit "verhandeln" oder beklagt, alles, wirklich alles werde kommerziell, es ginge nur um den Profit, während man gleichzeitig sorgfältig darauf achtet, sich seine Scheibe abzuschneiden, also zu profitieren vom Profit. Allerdings, und das ist wichtig, ohne dem Verkauf, dem Anbieten, dem Handeln zu nahe zu kommen, sei es durch Zwischenschalten von "Ab"-Verkäufern, von Internetplattformen etc. Von allem, was den Eindruck persönlicher Berührung macht, wird Abstand gehalten. Dazu gehört auch, dass man "völlig" ausgelastet und "immer" nachgefragt sei. Verkauf und Handel ist Verkauf und Handel der Anderen. Man kann jahrzehntelang über die Bedeutung des Marktes theoretisieren und in seinem eigenen Leben einen so grossen Bogen wie möglich darum machen. Das Gefühl abhängig zu sein und abhängig zu machen, ist zu unangenehm. Man selbst ist dagegen zuständig für die Markt-"Beobachtung", die Beratung, die Inhalte. So oft ist mittlerweile statt von Verkauf von Beratung die Rede, dass der Beratung auch schon niemand mehr traut. Und Militär-"Berater" sind Verkaufsberater, sie trainieren den Einsatz von Waffen, die vorher Objekt des Handelns und Verhandelns waren. In dem Satz, "wer Lust hat zu tauschen, hat Lust zu betrügen", gelangte durch den Mund meiner Oma dieser Zungenschlag in mein Kinderzimmer, um den Streit der Geschwister zu dämpfen. Dabei ermöglicht und erfordert Handel, der auf dem Markt Platz findet, Aus-Tausch, Kommunikation und verhindert so, sich seinen Teil mit Gewalt zu nehmen, auch weil man den Handelspartner ja noch braucht, sprich abhängig von ihm ist.
4. In den moralisch kodifizierten Bereich der Lust und Begierde wird so expediert, was Bedarf und menschliche Existenz betrifft. Dabei sind die Basics recht nüchtern:
Der instrumentell handelnde Mensch, der den Vorteil und den Nutzen sucht, der Mensch, der "hat", steht in unserem Bewusstsein dem gegenüber, der "ist", der Wert und Würde in sich trägt. Der Zwiespalt geht quer durch unser Bewusstsein, wir finden als Verkäufer alles zu billig und als Käufer alles zu teuer. Die Auswege sind Holzwege: Der Zwiespalt wird weggeheuchelt, indem man sich ein Weltbild zulegt, indem man letzten Endes ideell überhöht doch auf der richtigen Seite steht und sei es als Opfer der Verhältnisse oder indem man die Marktteilnehmer mit Verachtung straft, stigmatisiert und moralisiert.
5. Der Kapitalismus wurde im Zuge der Industrialisierung als System der Ausbeutung begriffen. "Die wesentliche Bedingung für die Existenz und für die Herrschaft der Bourgeoisklasse ist die Anhäufung des Reichtums in den Händen von Privaten, die Bildung und Vermehrung des Kapitals; die Bedingung des Kapitals ist die Lohnarbeit." (Komm. Manifest, 3. Kapitel, zit. nach Projekt Gutenberg). Aus moralisch grenzwertigen Profiteuren wurde die Herrschende Klasse, der Kapitalist und der Kapitalismus.
6. Herrschaft, Macht und Ausbeutung gabs schon vorher, was also kann der Kapitalismus, was andere Formen von Herrschaft und Besitz nicht konnten?
Das Kapital von andern Formen des Besitzes in Form von Geld und Wertpapieren ablösbar, ist jederzeit verfügbar und an jeder beliebigen Stelle einsetzbar. Grosse Mengen an Kapital in kürzestmöglicher Zeit zu organisieren, ist sein Charakteristikum.
7. Die verschiedenen "Stellschrauben", an denen mittels Investition gedreht werden kann, statt ausschliesslich hierachisch von oben nach unten zu finanzieren und vorzugehen, führt indes zu Formen der Kleinteiligkeit auch des kleinteiligen Wirtschaftens. Crowd-funding ist eine der neuesten Ableger dieser Kleinteiligkeit, die die Abhängigkeit von Banken und Investitions- Monopolisten mindert.
8. Geht man davon aus, dass wirtschaftliche Entwicklungen Teil gesellschaftlicher Entwicklungen sind, sind diese ebenso wenig nicht an ihr Ende gekommen und es ist anzunehmen, dass auch diese (kleinteilige) Entwicklung Fakten schafft. Wer sich in Märkten bewegt, handelt, kauft und verkauft, wirbt und vermarktet, findet eine Vielzahl von Ansatzpunkten für Investitionen und Aktivitäten. Dabei ist weniger bedeutsam, ob das Engagement "eigennützig" oder moralisch "gut" ist, sondern wie sehr es wirtschaftlich und gesellschaftlich aktiviert und aktiv Handelnde und Entscheidende auf den Plan ruft. Ökologische und soziale Initiativen, die an sehr verschiedenen Stellen ansetzen, sind Beispiele dafür. Sie kleben ein Preisschild an das, was es vorher nur im Paket gab, stellen Umweltkosten oder Sozialkosten gesondert in Rechnung und schaffen damit neue Märkte, nicht zuletzt auch neue Werbe- und Marketingformen. Auf diesen Gedanken sind monolitisch strukturierte Volkswirtschaften noch garnicht gekommen. Sie bieten ein
All–Inklusive–Paket, in dem vom gegliederten Bildungssystem über vorgezeichnete Berufslaufbahnen, einem favorisierten Lebensmodell bis zu Uniformierung und dem Eingezogen-werden im Fall von Krieg oder Verteidigung alles drin ist.
9. Zu allen langfristigen Anlagen muss man den Kapitalismus dagegen mit aufwändigen Nutzen-Kosten-Analysen Punkt für Punkt überzeugen. Wirksamer sind da schon unmittelbar auftretende Nachteile und Schäden. Was nicht unmittelbar den Nutzen der Investition belegt, liegt dem Kapitalismus nicht, wie z.B.
- Materielle Werte, die weniger gewinnträchtig sind als Kapitalanlagen. Sind sie es doch, weil viel sie investiert wird, schlagen sie unweigerlich Blasen, die dann in sich zusammenfallen.
- Qualifikationen und Kompetenzen, die nicht als berufliche Qualifikation unmittelbar zum Einsatz kommen und so ihren Nutzen selbst erklären. Viele Startup-Förderungen machen die Geförderten, die langwierige Bewilligungsprozesse zu durchlaufen haben, abhängig von staatlichem Topf und Tropf statt persönliche Kompetenzen und Eignungen zu befördern, die vom nächsten Förderungsmodell letztlich unabhängig machen.
- Soziale Beziehungen, die nicht als Trend oder mittels "social" media zum Gegenstand von Marketingstrategien werden, sondern selbst zum Anstoss von Entwicklungen werden.
10. Der heutige Kapitalismus reagiert entschieden zu situativ. Persönliche Entwicklung, Prozesse in der Natur, gesellschaftliche Entwicklungen laufen in anderen Zeitphasen und Zyklen ab als konjunkturelle Auf- und Abschwungphasen. Deshalb braucht es keine alles erklärenden Ideologien sondern eine schrittweise und fortschreitende Synchronisierung der Zeiten und Prozessen, und zwar dort, wo Zusammenhänge dies nahelegen. Nichts anderes als Vereinbarkeit und Differenzierung heisst dies. Es heisst nicht einer Ideologie des "Natürlichen" zu frönen, auch wenn es lenkend wirken kann, dass uns die Erde buchstäblich unterm Hintern zu heiss wird.
11. Der Prozess der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung, ob dialektisch oder nicht, ist weder am Ende noch zu seinem Ende gekommen, im Gegenteil, nimmt man die Vorstellung eines Prozesses ernst, ist weder die Entwicklung noch das Ende absehbar, sondern voller Überraschungen und Widersprüche, wir selbst sind sein Resultat und sollten uns tunlichst nicht zwischen den erstarrten Fronten, "Anrüchigkeit" hier, "Moral" dort, einmauern lassen.
"Mehr sog i ned."
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Dienstag, 11. November 2014
Dienstag, 11. November 2014
kuehnesmallworld, 10:27h
Die zweigeteile Wahrnehnung
Die Dichotomie, das Oben-Unten, Gut-Böse ist eingewandert in unsere Wahrnehmung der Welt. Das Beherrschbare und das Nicht-Beherrschbare wechseln unmittelbar ab. Kaum sind wir morgens aufgewacht, bekommen wir schon für alles und jedes eine Prozentzahl serviert. Alles scheint erkennbar und messbar, also auch lösbar, so mindestens die inuitive aber falsche Schlussfolgerung. Wenig später sehen wir Videos, in denen vor laufenden Handys Menschen der Kopf abgeschnitten wird. Nicht hinter irgendwelchen Mauern, sondern öffentlich, demonstrativ.
Un-gerechtigkeit, Un-Wahrheit, Un-Gleichheit wird dann wahrgenommen, wenn die Objekte in vergleichbarer Nähe rücken, und dort sind sie, wenn man einen Massstab zur Hand hat. Menschenrechte, Recht auf wirtschaftliche Entwicklung sind solche Massstäbe. Unterschiede werden dann erkannt, wenn gemeinsame Ziele propagiert werden und der Weg im Vordergrund steht, der dahin führen soll.
Dann werden die Unterschiede wahrnehmbar. Die Form der menschlichen Kognition steht ebenso als Beispiel dafür wie z.B. EU-Realität.
Technokratische Regelungsbürokratie hier - Brutalität der Sklavengesellschaft dort. Josef Joffe hat in der ZEIT darauf hingewiesen, dass Hitlers Rassenstaat und der Kalifatstaat darin, Sklavenstaaten zu sein, Parallelen aufweisen. Ein Weltregiment, möglicher weise mit UN-Truppen oder ein 3. Weltkrieg sind die dazugehörigen Utopien hier oder Untergangs-/Verschwörungstheorien dort, die die Dichotomie am Kochen halten.
Verhaltener Optimismus contra Endzeitstimmung sind die Reaktionen der Menschen darauf. Und immer wieder die Frage nach den Massstäben, von denen Wahrheit und Gerechtigkeit die dominantesten sind.
Sie verstanden einander nicht mehr, konnten sich nicht mehr abstimmen und koordinieren. so in der populären Untergangsmythologie des Turmbaus von Babel. Die Übereinstimmung im Ziel ist zur Lüge geworden, erstes Opfer ist die Verständigung, die Sprache, die Wahrheit. Unsere Worte sagen nicht mehr, was andere verstehen. Der Turm stürzt ein. Da uns auch gerade zwei Türme eingestürzt sind, liegt der Vergleich näher als davor.
Das zweite Opfer ist die Gerechtigkeit. Und die ist seit Urzeiten dann ein Thema, wenn sich Menschen näher kommen. Und wir sind uns näher gekommen. Wird etwas als Sklaverei empfunden, ist Exodus eine Alternative.
Ein Thema für mich mit begrenztem Angstpotential ist Europa. Was sich 2000 Jahre lang prügelt und dann schliesslich zusammenrauft, ist nicht durch ein paar Politiker zu sprengen, die Bestandteile gegeneinander ausspielen.
Ein Thema für mich mit sehr hohem Angstpotential ist IS, ISI oder wie der Sklavenstaat sich nennt. Herrschaftsanspruch, ökonomische Destabilisierung, Slavenwahn, das da Zusammenhänge möglich sind, hat die Welt vor 70 Jahren erfahren. Der blanke Hass, ein System des Zynismus spiegeln die erlebte Ungerechtigkeit, auch die Auswegslosigkeit.
Meine zwei Schlussfolgerungen:
1. Nicht alles ist lösbar, vor allem, wenn die Interessen verschiedene sind. Dann werden Gemeinsamkeiten zur Lüge.
2. Gerechtigkeit ist work in progress. Nach jeder Verschiebung der Abstände und Relationen untereinander, stellt sich die Frage nach der Gerechtigkeit neu. Die Gerechtigkeit wird heute im Bewusstsein der Zeitgenossen auf das Schwerste verletzt.
Alarmgeheul beim Ausbruch des Bösen löst das Problem nicht, wir müssen an den Beziehungen arbeiten.
Die Dichotomie, das Oben-Unten, Gut-Böse ist eingewandert in unsere Wahrnehmung der Welt. Das Beherrschbare und das Nicht-Beherrschbare wechseln unmittelbar ab. Kaum sind wir morgens aufgewacht, bekommen wir schon für alles und jedes eine Prozentzahl serviert. Alles scheint erkennbar und messbar, also auch lösbar, so mindestens die inuitive aber falsche Schlussfolgerung. Wenig später sehen wir Videos, in denen vor laufenden Handys Menschen der Kopf abgeschnitten wird. Nicht hinter irgendwelchen Mauern, sondern öffentlich, demonstrativ.
Un-gerechtigkeit, Un-Wahrheit, Un-Gleichheit wird dann wahrgenommen, wenn die Objekte in vergleichbarer Nähe rücken, und dort sind sie, wenn man einen Massstab zur Hand hat. Menschenrechte, Recht auf wirtschaftliche Entwicklung sind solche Massstäbe. Unterschiede werden dann erkannt, wenn gemeinsame Ziele propagiert werden und der Weg im Vordergrund steht, der dahin führen soll.
Dann werden die Unterschiede wahrnehmbar. Die Form der menschlichen Kognition steht ebenso als Beispiel dafür wie z.B. EU-Realität.
Technokratische Regelungsbürokratie hier - Brutalität der Sklavengesellschaft dort. Josef Joffe hat in der ZEIT darauf hingewiesen, dass Hitlers Rassenstaat und der Kalifatstaat darin, Sklavenstaaten zu sein, Parallelen aufweisen. Ein Weltregiment, möglicher weise mit UN-Truppen oder ein 3. Weltkrieg sind die dazugehörigen Utopien hier oder Untergangs-/Verschwörungstheorien dort, die die Dichotomie am Kochen halten.
Verhaltener Optimismus contra Endzeitstimmung sind die Reaktionen der Menschen darauf. Und immer wieder die Frage nach den Massstäben, von denen Wahrheit und Gerechtigkeit die dominantesten sind.
Sie verstanden einander nicht mehr, konnten sich nicht mehr abstimmen und koordinieren. so in der populären Untergangsmythologie des Turmbaus von Babel. Die Übereinstimmung im Ziel ist zur Lüge geworden, erstes Opfer ist die Verständigung, die Sprache, die Wahrheit. Unsere Worte sagen nicht mehr, was andere verstehen. Der Turm stürzt ein. Da uns auch gerade zwei Türme eingestürzt sind, liegt der Vergleich näher als davor.
Das zweite Opfer ist die Gerechtigkeit. Und die ist seit Urzeiten dann ein Thema, wenn sich Menschen näher kommen. Und wir sind uns näher gekommen. Wird etwas als Sklaverei empfunden, ist Exodus eine Alternative.
Ein Thema für mich mit begrenztem Angstpotential ist Europa. Was sich 2000 Jahre lang prügelt und dann schliesslich zusammenrauft, ist nicht durch ein paar Politiker zu sprengen, die Bestandteile gegeneinander ausspielen.
Ein Thema für mich mit sehr hohem Angstpotential ist IS, ISI oder wie der Sklavenstaat sich nennt. Herrschaftsanspruch, ökonomische Destabilisierung, Slavenwahn, das da Zusammenhänge möglich sind, hat die Welt vor 70 Jahren erfahren. Der blanke Hass, ein System des Zynismus spiegeln die erlebte Ungerechtigkeit, auch die Auswegslosigkeit.
Meine zwei Schlussfolgerungen:
1. Nicht alles ist lösbar, vor allem, wenn die Interessen verschiedene sind. Dann werden Gemeinsamkeiten zur Lüge.
2. Gerechtigkeit ist work in progress. Nach jeder Verschiebung der Abstände und Relationen untereinander, stellt sich die Frage nach der Gerechtigkeit neu. Die Gerechtigkeit wird heute im Bewusstsein der Zeitgenossen auf das Schwerste verletzt.
Alarmgeheul beim Ausbruch des Bösen löst das Problem nicht, wir müssen an den Beziehungen arbeiten.
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Freitag, 7. November 2014
Freitag, 7. November 2014
kuehnesmallworld, 09:46h
Geist und Kommerz oder O weh, Herr Fischer
Otti Fischer ist Schauspieler und Kaberettist, er ist beides. Und hat dabei ganz nebenbei ein neuen Typus des Schauspielers entwickelt. Nicht aus der Programmatik sondern im Vollzug. Der Weg führte über Bayern, dem Bullen, dem von Tölz, zum Braun, dem Pfarrer und ganz nebenbei auch zur Akzeptanz des Übergewichts.
Der Mensch ist sein Körper und er hat einen Körper. Er ist sein Körper und er verhält sich zu ihm (instrumentell). Unserer Kultur, liegt die Trennung zwischen Begeisterung und Berechnung zu Grunde. Aus lauter Angst davor seiner eigenen Instrumentalisierung zum Opfer zu fallen, fleht er das Unbedingte an, sucht er das, von dem er abhängig ist. Und damit sind wir bei B, wie Pfarrer Braun.
An der messerscharfen Grenze zwischen Begeisterung und Berechnung, Vernunft und Überzeugung, Sichtbarem und Unsichtbarem, geschieht das, was wir Zeichen und Wunder nennen. Bei Otti Fischers Pfarrer Braun ist es der Lichtstrahl, der einifällt. aber das eigentliche Wunder ist die (kriminalistische) Erkenntnis und die ist alles andere als unabhängig von ihm. Die eine Welt bricht in die andere ein, Ereignisse in der einen Welt werden zum Zeichen für die andere. Der kabarettistische Meinungsmacher stapft in die Welt des rollenspielenden Schauspielers und umgekehrt. Der Versuch dafür ein System zu schaffen geht schief. Der Versuch, sich auf eine Seite zu schlagen, geht schief. Der Mensch hat ein System, ist aber auch Teil eines Systems. Sich selbst erkennen kann er nicht. Wir sind begeisterte Wesen und berechnende Wesen. Wir sind beides.
Was sich aber ereignet in dieser Spannung, ist ein Prozess der Kleinteiligkeit. Der Blick richtet sich auf den Vollzug, auf das, was wir Alltag nennen. Ob wir es als "Graswurzelrevolution" begreifen, bei der der ideologische Zungenschlag noch mitschwingt oder als Entwicklung der Zivilgesellschaft, es markiert genau diesen Prozess. Man kann das auch als Demokratisierung bezeichnen, aber das Wort ist zu allgemein, um noch viel auszusagen.
Die Prozess des Kleinteilig-Werdens hebt Trennungen auf, die prinzipiell und grundlegend sind, zum Beispiel die zwischen Geist und Kommerz. Es kann mir gelingen, in Bereichen meines Leben Synthesen zu schaffen, während mich in anderen Bereichen der Gegensatz beherrscht. Ich bin beides, was bist du?
An Nikolaus von Myra, dem Heiligen des 5. Jahrhunders, der es bis unter unseren Weihnachtsbaum geschafft hat, kann man den antisemitischen Charakter die, die Trennung zwischen Geist und Kommerz angenommen hat, zurückverfolgen. Er avancierte doch tatsächlich zum „Patron auch der Pfandleiher und Bankiers“, nur weil er nicht hinnehmen wollte, dass der jüdische Verleiher um sein Geld geprellt wurde, deshalb, weil er Jude war. Diese Tour hat er dem "Christen" vermasselt.
Die Trennung zwischen Geist und Kommerz hat unübersehbar antisemitische Züge. Den Juden wird der Kommerz, das Materielle (statt Geist), das Oberflächliche (statt des Sinnbezogenen), das kapitalistisch Spekulative (statt des Werte-Orientierten), gern auch das unterhaltende U (statt des ernsthaften E) in die Schuhe geschoben. Die Trennung bekommt eine feste Adresse auch wenn sie nicht immer im Adressbuch steht. Der mitschwingende Antisemitismus lädt die Trennung emotional auf, Hass ist angesagt.
Wie man auf die Idee kommen kann, fortschreitende demokratisierende Kleinteiligkeit ginge ohne Wirtschaft, nur ohne sie, gar nur gegen sie bleibt schleierhaft. "Gib mir ein ein Zeichen, o Herr!": Die Entwicklung der institutionellen Rollenverteilung in den Demokratien des 19. und 20. Jahrhunderts vollzog sich parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung. Für0 die Entwicklung ökologischen Wirtschaftens kam der Anstoss von unzähligen Kleinunternehmern und Kleinstbetrieben. "Danke, o Herr."
Der kriminalistische Spürsinn richtet sich somit auf kleinteilige Prozesse:
Anstellung beim "kommerzfernen" Staat (oder der staatsfernen Kirche hier - eine wirtschaftsnahe (kriminelle) Existenz dort. Kann das mit rechten Dingen zugehen? Schon die Rechnung stimmt nicht. Steuern und Abgaben vermitteln den Eindruck der Wirtschaftsferne, dabei kommt es aus demselben Topf.
Wie sieht es mit dem schlechtgelaunten Marketer aus, der an der Eingangstür zur beruflichen Existenz steht und das Wort Eignung nur aus dem Lexikon kennt, dabei soll er sie doch vermarkten und vermitteln. Ist dieser Marketer der Mörder? Nein, aber ein Schwindler, der unter falschem Ettikett sein Kapital daraus schlägt, dass er eine Billigspirale nach Unten in Gang setzt, über den Preis geht und seine Opfer billiger macht.
Geschickt getarnt: Der wirkliche Täter. Nur am Kommerz, am wirtschaftlichen Erfolg soll man sich orientieren, so sein Credo. Dabei hängt der von ihm gesponserte arme Wicht am Tropf unzähliger Förderungen und Existenzgründungsbeihilfen, die wiederum an der Konjunktur hängen und dem, was Konjunktur hat: Dem neuesten Trend in Wissenschaft und Forschung. Gesponsert mit dem Geld des Staates füllen sie die Webseiten und die Messehallen, um das nächste Mal unter neuer Firmierung wieder aufzutreten. Nicht deine Qualifikation und Kompetenz wird entwickelt, sondern du bist nur Dekor für den Trickbetrüger, der dir einen Erfolg verspricht, den du garnicht willst.
Der Blick auf kleinteilge Prozesse lohnt sich. Weder das "Es-wird-alles-kommerziell" noch das idealistische "Du schaffst es" ist die Lösung. Die Lösung liegt im Blick für das Detail.
Und was treibt Pfarrer Braun so? Der ermittelt gerade als Kaufhausdetektiv in der Abteilung diverse Dienstleistungen.
Otti Fischer ist Schauspieler und Kaberettist, er ist beides. Und hat dabei ganz nebenbei ein neuen Typus des Schauspielers entwickelt. Nicht aus der Programmatik sondern im Vollzug. Der Weg führte über Bayern, dem Bullen, dem von Tölz, zum Braun, dem Pfarrer und ganz nebenbei auch zur Akzeptanz des Übergewichts.
Der Mensch ist sein Körper und er hat einen Körper. Er ist sein Körper und er verhält sich zu ihm (instrumentell). Unserer Kultur, liegt die Trennung zwischen Begeisterung und Berechnung zu Grunde. Aus lauter Angst davor seiner eigenen Instrumentalisierung zum Opfer zu fallen, fleht er das Unbedingte an, sucht er das, von dem er abhängig ist. Und damit sind wir bei B, wie Pfarrer Braun.
An der messerscharfen Grenze zwischen Begeisterung und Berechnung, Vernunft und Überzeugung, Sichtbarem und Unsichtbarem, geschieht das, was wir Zeichen und Wunder nennen. Bei Otti Fischers Pfarrer Braun ist es der Lichtstrahl, der einifällt. aber das eigentliche Wunder ist die (kriminalistische) Erkenntnis und die ist alles andere als unabhängig von ihm. Die eine Welt bricht in die andere ein, Ereignisse in der einen Welt werden zum Zeichen für die andere. Der kabarettistische Meinungsmacher stapft in die Welt des rollenspielenden Schauspielers und umgekehrt. Der Versuch dafür ein System zu schaffen geht schief. Der Versuch, sich auf eine Seite zu schlagen, geht schief. Der Mensch hat ein System, ist aber auch Teil eines Systems. Sich selbst erkennen kann er nicht. Wir sind begeisterte Wesen und berechnende Wesen. Wir sind beides.
Was sich aber ereignet in dieser Spannung, ist ein Prozess der Kleinteiligkeit. Der Blick richtet sich auf den Vollzug, auf das, was wir Alltag nennen. Ob wir es als "Graswurzelrevolution" begreifen, bei der der ideologische Zungenschlag noch mitschwingt oder als Entwicklung der Zivilgesellschaft, es markiert genau diesen Prozess. Man kann das auch als Demokratisierung bezeichnen, aber das Wort ist zu allgemein, um noch viel auszusagen.
Die Prozess des Kleinteilig-Werdens hebt Trennungen auf, die prinzipiell und grundlegend sind, zum Beispiel die zwischen Geist und Kommerz. Es kann mir gelingen, in Bereichen meines Leben Synthesen zu schaffen, während mich in anderen Bereichen der Gegensatz beherrscht. Ich bin beides, was bist du?
An Nikolaus von Myra, dem Heiligen des 5. Jahrhunders, der es bis unter unseren Weihnachtsbaum geschafft hat, kann man den antisemitischen Charakter die, die Trennung zwischen Geist und Kommerz angenommen hat, zurückverfolgen. Er avancierte doch tatsächlich zum „Patron auch der Pfandleiher und Bankiers“, nur weil er nicht hinnehmen wollte, dass der jüdische Verleiher um sein Geld geprellt wurde, deshalb, weil er Jude war. Diese Tour hat er dem "Christen" vermasselt.
Die Trennung zwischen Geist und Kommerz hat unübersehbar antisemitische Züge. Den Juden wird der Kommerz, das Materielle (statt Geist), das Oberflächliche (statt des Sinnbezogenen), das kapitalistisch Spekulative (statt des Werte-Orientierten), gern auch das unterhaltende U (statt des ernsthaften E) in die Schuhe geschoben. Die Trennung bekommt eine feste Adresse auch wenn sie nicht immer im Adressbuch steht. Der mitschwingende Antisemitismus lädt die Trennung emotional auf, Hass ist angesagt.
Wie man auf die Idee kommen kann, fortschreitende demokratisierende Kleinteiligkeit ginge ohne Wirtschaft, nur ohne sie, gar nur gegen sie bleibt schleierhaft. "Gib mir ein ein Zeichen, o Herr!": Die Entwicklung der institutionellen Rollenverteilung in den Demokratien des 19. und 20. Jahrhunderts vollzog sich parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung. Für0 die Entwicklung ökologischen Wirtschaftens kam der Anstoss von unzähligen Kleinunternehmern und Kleinstbetrieben. "Danke, o Herr."
Der kriminalistische Spürsinn richtet sich somit auf kleinteilige Prozesse:
Anstellung beim "kommerzfernen" Staat (oder der staatsfernen Kirche hier - eine wirtschaftsnahe (kriminelle) Existenz dort. Kann das mit rechten Dingen zugehen? Schon die Rechnung stimmt nicht. Steuern und Abgaben vermitteln den Eindruck der Wirtschaftsferne, dabei kommt es aus demselben Topf.
Wie sieht es mit dem schlechtgelaunten Marketer aus, der an der Eingangstür zur beruflichen Existenz steht und das Wort Eignung nur aus dem Lexikon kennt, dabei soll er sie doch vermarkten und vermitteln. Ist dieser Marketer der Mörder? Nein, aber ein Schwindler, der unter falschem Ettikett sein Kapital daraus schlägt, dass er eine Billigspirale nach Unten in Gang setzt, über den Preis geht und seine Opfer billiger macht.
Geschickt getarnt: Der wirkliche Täter. Nur am Kommerz, am wirtschaftlichen Erfolg soll man sich orientieren, so sein Credo. Dabei hängt der von ihm gesponserte arme Wicht am Tropf unzähliger Förderungen und Existenzgründungsbeihilfen, die wiederum an der Konjunktur hängen und dem, was Konjunktur hat: Dem neuesten Trend in Wissenschaft und Forschung. Gesponsert mit dem Geld des Staates füllen sie die Webseiten und die Messehallen, um das nächste Mal unter neuer Firmierung wieder aufzutreten. Nicht deine Qualifikation und Kompetenz wird entwickelt, sondern du bist nur Dekor für den Trickbetrüger, der dir einen Erfolg verspricht, den du garnicht willst.
Der Blick auf kleinteilge Prozesse lohnt sich. Weder das "Es-wird-alles-kommerziell" noch das idealistische "Du schaffst es" ist die Lösung. Die Lösung liegt im Blick für das Detail.
Und was treibt Pfarrer Braun so? Der ermittelt gerade als Kaufhausdetektiv in der Abteilung diverse Dienstleistungen.
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