Donnerstag, 17. März 2011
Donnerstag, 17. März 2011
Kälte draussen, gefühlte Überzeugung drinnen. Die Kälte, die materielle Orientierung, das Geld dringt ein in den lebendigen Organismus und macht ihn selbst zur Sache: Das Herz erkaltet. Die Vorstellung des kalten Herzens hat indes seine Tücken. Sie fusst auf dem Gegensatz Leben contra „toter“ Materie.

Und wie geht das?: Wenn ich was fühle, dass ich friere, kann ich ja so tot nicht sein. Aha, man müsse das so verstehen: Ich fühle, dass ich nichts fühle. Verstehe. Gar nichts verstanden: Gerade indem man den Eindruck habe, nichts mehr zu fühlen, sei der Kulminationspunkt an Gefühlen erreicht. So oder so ähnlich. Alles klar.

Es steckt eine romantische Überzogenheit in dieser Vorstellung vom erkaltenden Herzen.
Aber, wenn wir es doch so fühlen? Wenn wir es doch fühlen, dass Geld den Charakter „verdirbt“! Wissen können wir es ja nicht, aber wissen tun wir es auch noch. Sogar in der Rede von der Selbstverwirklichung steckt diese Gewissheit drin. Keine Frage, was denn das etwa für ein Selbst sei, das es zu verwirklichen gelte, gegen Widerstände natürlich, und viel weniger an ihnen und mit ihnen?

Allerdings: So entschieden, wie es sich anhört, ist das Statement nicht. Eher ist es eine vorsorgliche Rückversicherung, die schon mal festhält, wer Schuld hat, wenn der Kampf verloren geht. Denn von dem Moment an, in mein „Selbst“ zum Greifen nah gekommen ist, steht auch schon die Angst im Raum, ich könne mich von ihm entfernen und entfremden.

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Mittwoch, 16. März 2011
Mittwoch, 16. März 2011
Wenn die Vorräte zur Neige gehen, die Illusionen verblassen, dann geht das Äussern gern schon mal ins Veräussern über. Das Erlöschen, das Verzweifeln selbst, wird veräussert, die letzten Zuckungen versilbert. Nur, was sich bewegt und mich bewegt, nur das ist noch etwas wert, nur dafür wird noch was bezahlt. Und wenn es das Sich-Totdrehen der Wespe im Glas ist. „So sei das Leben“, mit Kommentaren wie diesem, wird der Aussichtslosigkeit noch die letzte Regung abgepresst. Aus Äussern wird Veräussern. Der Versuch auch daraus noch Kapital zu schlagen. Dass man überhaupt bis zum letzten gehen kann, dass sich die Grenze zum Letzten hin überhaupt so weit verschieben lässt, das ist die eigentliche Sensation. Die Sensation hinter den Sensationen. Hinter den Sensationen, die einen bis zum Überdruss abstumpfen. Die wirkliche Sensation aber ist: Empfinde ich selbst in dieser Situation noch was, fühle ich selbst angesichts jener Situation noch was? Das nämlich ist die ultimative Sensation, die mich zum Zuschauer, zum Gaffer macht, der bereit ist, jeden Preis zu zahlen. Die Sensation, mit der ich gelockt werde. Mit der ich überhaupt noch zu locken bin. Von der ich mir verspreche, dass sie mich vielleicht doch noch hinterm dem Ofen meiner durchgestylten Lebensfeigheit hervorlocken könnte.

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Mittwoch, 16. März 2011
Wenn die Vorräte zur Neige gehen, die Illusionen verblassen, dann geht das Äussern gern schon mal ins Veräussern über. Das Erlöschen, das Verzweifeln selbst, wird veräussert, die letzten Zuckungen versilbert. Nur, was sich bewegt und mich bewegt, nur das ist noch etwas wert, nur dafür wird noch was bezahlt. Und wenn es das Sich-Totdrehen der Wespe im Glas ist. „So sei das Leben“, mit Kommentaren wie diesem, wird der Aussichtslosigkeit noch die letzte Regung abgepresst. Aus Äussern wird Veräussern. Der Versuch auch daraus noch Kapital zu schlagen. Dass man überhaupt bis zum letzten gehen kann, dass sich die Grenze zum Letzten hin überhaupt so weit verschieben lässt, das ist die eigentliche Sensation. Die Sensation hinter den Sensationen. Hinter den Sensationen, die einen bis zum Überdruss abstumpfen. Die wirkliche Sensation aber ist: Empfinde ich selbst in dieser Situation noch was, fühle ich selbst angesichts jener Situation noch was? Das nämlich ist die ultimative Sensation, die mich zum Zuschauer, zum Gaffer macht, der bereit ist, jeden Preis zu zahlen. Die Sensation, mit der ich gelockt werde. Mit der ich überhaupt noch zu locken bin. Von der ich mir verspreche, dass sie mich vielleicht doch noch hinterm dem Ofen meiner durchgestylten Lebensfeigheit hervorlocken könnte.

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Dienstag, 15. März 2011
15. März 2011
Es ist alles immer da: Der Alltag in der Katastrophe, die Katastrophe im Alltag. Glück im Unglück, Unglück im Glück. Das Oberflächliche im Schweren. Entspannung folgt auf Anspannung. Immer wieder findet Mensch einen Grund zur Freude. Adrenalin und Glückshormone schüttet der Körper ganz von alleine aus. Das Leben inszeniert sich als Wechselfall. „Alles hat seine Zeit“, sagen wir uns, und befürchten, dass alles nur noch eine Zeit hat. Dass die Uhr stehen bleibt.

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