Donnerstag, 28. Februar 2013
Donnerstag, 28. Februar 2013
Peerlusconi, Bärlusconi, Berlusconi oder wer? Wortspiele, die seit gestern an unser Ohr dringen. Witzige Assoziationen, die einem Kind ein Lächeln und unsereinem ein Grinsen abnötigen. Sagt man doch: abnötigen? Man will eigentlich nicht, muss aber dann doch. „Muss aber“. So kommen politisches und anderes Geschehen heute rüber: Grau, abgeschliffen, langweilig. Da ist es schon was, wenn zur Abwechslung mal ein Bär durch Dorf getrieben wird.

Und das bei der Daueraufregung, die medial an der Tagesordnung ist! Die Wirkung der Medien steht im umgekehrt-proportionalen Verhältnis zur Aufgeregtheit, die sie veranstalten. Denn im Ergebnis will keiner mehr anecken, keiner mehr auffallen. Zum Mainstream drängt, am Mainstream hängt doch alles. Es sei denn ich will mich proflieren, dann werde ich grenzwertig, um der Wirkung willen.

Und weil die Wirkung im Vordergrund steht, verblassen die Farben, verklingen die Schreckensschreie. Was berichtet wird, wird auf eine merkwürdige Weise substanzlos. wird schemenhaft. Wir sind uns garnicht mehr sicher, ob das, was wir erleben, überhaupt noch wirklich ist. Weil wir an uns selbst immer weniger Gefühlseindrücke registrieren. Darum kann uns in diesen grauen Tagen wenig mehr hinterm Ofen hervorlocken, während vor der Tür das Gemetzel tobt.