Montag, 4. Februar 2013
Montag, 4. Februar 2013
Grossspurigkeit fordert zum Nachtreten heraus. Bei unseren Kickern nämlich. Da ist das Wort auch angebracht. An ihrem Auftreten ist abzulesen, was am grossspurigen Auftreten der deutschen Mannschaft regelrecht gehasst wird. Da haben sie sich so gut auf die Europameisterschaft vorbereitet, so oft ungeschlagen, so oft kein Gegentor hingenommen, der Bundestrainer hat die zarteste Haut, niveagepflegt. Es muss einfach klappen. Es ist einfach dran. Diese in allen Medien gepflegte Haltung, mit der man aufläuft, ist an Grossspurigkeit nicht zu übertreffen, garnichtmal weil sie sagt „wir sind die Besten“, sondern weil sie sagt „wir sind im Recht, die Besten zu sein“. Und deswegen müsen wir es einfach werden. Diese Grossspurigkeit übergeht eine grundlegende Tatsache: Es ist ein Spiel. Ein Spiel, bei dem Unberechenbarkeit und Glück ein Faktor ist unter andern. Man spricht vom Fussballgott und meint das Spielerglück. Alles richtig gemacht und doch verloren. Gegen Kicker aus Italien und Brasilien, deren Auf und Ab bekannt und berüchtigt ist, die aber spielen. Man kann nur spielen, wenn man auch Glück haben kann. Die älteste Mannschaft schlägt die jüngste des Turniers. Autsch!

Das ist es, was an uns, an unserer Grossspurigkeit, nicht nur der deutschen Mannschaft, so gehasst wird: Die Unsicherheit hinter der Rechthaberei steckt. Und einen Bammel haben wir. Gerade auf internationalem Parkett. Wo unsere mitgebrachten Massstäbe nicht allein sind. Deswegen diese tiefgreifende Unsicherheit. Deswegen verliert Bayern München, die im Innern eine Siegesserie nach der andern hinlegen, regelmässig seine internationalen Spiele. Deswegen holt sich Bayern München jetzt einen spanischen Trainer, um mit ihm Grenzen zu überwinden. Viel Glück!