Montag, 28. Januar 2013
Montag, 28. Januar 2013
kuehnesmallworld, 18:20h
Ausbeute vom Wochende: Dieter Bohlen spricht vom Geld. Wenn er singt, höre er den Zähler klackern: 100, 200, 300 €uro ... bei 8000 €uro (oder waren es 80.000?) sage er sich, jetzt reiche es. An Aussagen wie dieser, an denen das angeblich Schockierende nur schockiert vor dem Hintergrund der verlogenen Schamhaftigkeit, mit der wir die Blösse der Kunst bedecken, wenn sie es mit Geld zu tun bekommt.
Harald Schmidt dagegen sagt, ich glaube sogar in dergleichen Zeitung, ihm reiche, was er bekommt. Er gehe seit 18 Jahren zur Arbeit ins Studio und käme nach der Arbeit wieder raus. Das sei ok so. Er dürfte auch nicht schlecht verdienen, aber bei ihm liegt der Schwerpunkt der Aussage auf der Arbeit. Zum Thema Werbung sagt er: Er habe ja schon für alles geworben. da gehe nicht mehr viel. So weit, so gut. Wenn er dann aber zu verstehen gibt, seine Sendung spräche vor allem ältere Herren an, dann steckt da schon mehr Wahrheit drin, als man erwarten kann. Schmidt hat jetzt als sein Sendeghetto also beim Bezahlsender gefunden, nicht mehr für jeden zugänglich, dafür aber dann mit einer gewissen Klarheit, Wahrheit und Rücksichtslosigkeit verbunden, die angesichts einer grösseren Zielgruppe nicht mehr zu erwarten ist. Übrigens antwortet er auf die Frage, ob es ihm denn passe, wenn seine Sendung nur inklusive eines käuflich zu erwerbenden Filmpakets mit vermarktet werde, das sei ihm wurscht, das sei Sache des Vertriebs. Er hat es also hinter die Kulissen geschoben. Ins Bezahlghetto.
Ganze Welten werden inzwischen in Ghettos verschoben. Kommerzielle Verhältnisse, Vergangenheiten, Kunst und so manch anderes tauchen dann in einiger Entfernung als Nostalgie-Welten wieder auf. Schön abgekapselt, in sich geschlossen und stimmig. Statt wie Marcel Proust in einen Madeleine-Gebäck zu beissen, um mit dem Geschmack plötzlich seine ganze Kindheits- und Jugendzeit auf der Zunge und vor Augen zu haben, tun es auf gesellschaftlich-sozialer Ebene Erinnerungs-Versatzstücke, die ganze Welten auferstehen lassen. Kaum werden wir bspw. des Hinterteils der Vespa ansichtig, steigen in uns Nostalgiegefühle auf. Und unterlegt von zeitgemässem Schlagersound die sogenannten und vermeintlichen 50ger Jahre, aus denen alles entfernt wurde, was nicht in ein Bild passt, das überhaupt erst als Gegenbild zur Gegenwart entstanden ist. In unzähligen Sendungen und Bildern, aus denen die Armut herausretuschiert wurde, aus denen der flehentliche Wunsch herausretuschiert wurde, die Zeit möge sich doch bitte endlich, endlich auch für einen selbst zum besseren wenden, aus denen die Unterdrückung und das Zurückgesetzt sein herausretuschiert wurde samt des Wunsches sich eines Tages auch ein Auto leisten zu können. Was übrig bleibt. privat wie gesellschaftlich, ist die gute alte Zeit, die in sich ruht und ein nicht verwackeltes Bild ergibt, weil aus ihr die Zeit selbst entfernt wurde. Dies ist die Quelle unzähliger Nostagiewelten, die täglich aufs neue enstehen. Erinnerungsghettos, in denen wir vergessen können, dass wir auch heute immer noch nicht zufrieden sind.
Aber auch die Unzufriedenheit, wurde längst schon zum Ghetto, die kritische Haltung erstarrt zur Pose, die einen an die grossen Erwartungen zu erinnern hat, mit der man einmal gestartet ist. Ein Gedanke, der wehtut, einen unzufrieden zurücklässt und sich nicht konservieren lässt, ganz einfach, weil Schmerz nicht adaptiert.
Harald Schmidt dagegen sagt, ich glaube sogar in dergleichen Zeitung, ihm reiche, was er bekommt. Er gehe seit 18 Jahren zur Arbeit ins Studio und käme nach der Arbeit wieder raus. Das sei ok so. Er dürfte auch nicht schlecht verdienen, aber bei ihm liegt der Schwerpunkt der Aussage auf der Arbeit. Zum Thema Werbung sagt er: Er habe ja schon für alles geworben. da gehe nicht mehr viel. So weit, so gut. Wenn er dann aber zu verstehen gibt, seine Sendung spräche vor allem ältere Herren an, dann steckt da schon mehr Wahrheit drin, als man erwarten kann. Schmidt hat jetzt als sein Sendeghetto also beim Bezahlsender gefunden, nicht mehr für jeden zugänglich, dafür aber dann mit einer gewissen Klarheit, Wahrheit und Rücksichtslosigkeit verbunden, die angesichts einer grösseren Zielgruppe nicht mehr zu erwarten ist. Übrigens antwortet er auf die Frage, ob es ihm denn passe, wenn seine Sendung nur inklusive eines käuflich zu erwerbenden Filmpakets mit vermarktet werde, das sei ihm wurscht, das sei Sache des Vertriebs. Er hat es also hinter die Kulissen geschoben. Ins Bezahlghetto.
Ganze Welten werden inzwischen in Ghettos verschoben. Kommerzielle Verhältnisse, Vergangenheiten, Kunst und so manch anderes tauchen dann in einiger Entfernung als Nostalgie-Welten wieder auf. Schön abgekapselt, in sich geschlossen und stimmig. Statt wie Marcel Proust in einen Madeleine-Gebäck zu beissen, um mit dem Geschmack plötzlich seine ganze Kindheits- und Jugendzeit auf der Zunge und vor Augen zu haben, tun es auf gesellschaftlich-sozialer Ebene Erinnerungs-Versatzstücke, die ganze Welten auferstehen lassen. Kaum werden wir bspw. des Hinterteils der Vespa ansichtig, steigen in uns Nostalgiegefühle auf. Und unterlegt von zeitgemässem Schlagersound die sogenannten und vermeintlichen 50ger Jahre, aus denen alles entfernt wurde, was nicht in ein Bild passt, das überhaupt erst als Gegenbild zur Gegenwart entstanden ist. In unzähligen Sendungen und Bildern, aus denen die Armut herausretuschiert wurde, aus denen der flehentliche Wunsch herausretuschiert wurde, die Zeit möge sich doch bitte endlich, endlich auch für einen selbst zum besseren wenden, aus denen die Unterdrückung und das Zurückgesetzt sein herausretuschiert wurde samt des Wunsches sich eines Tages auch ein Auto leisten zu können. Was übrig bleibt. privat wie gesellschaftlich, ist die gute alte Zeit, die in sich ruht und ein nicht verwackeltes Bild ergibt, weil aus ihr die Zeit selbst entfernt wurde. Dies ist die Quelle unzähliger Nostagiewelten, die täglich aufs neue enstehen. Erinnerungsghettos, in denen wir vergessen können, dass wir auch heute immer noch nicht zufrieden sind.
Aber auch die Unzufriedenheit, wurde längst schon zum Ghetto, die kritische Haltung erstarrt zur Pose, die einen an die grossen Erwartungen zu erinnern hat, mit der man einmal gestartet ist. Ein Gedanke, der wehtut, einen unzufrieden zurücklässt und sich nicht konservieren lässt, ganz einfach, weil Schmerz nicht adaptiert.