Donnerstag, 10. Januar 2013
Donnerstag, 10. Januar 2013
Ein Wort, in dem alles steckt: Krebs (siehe 9.1.2013). Negativprojektion, Diagnose, Behandlungschanche, Hoffnung. Mystik und Wissenschaft. Mit dem Wort ist sich auseinanderzusetzen, an dem Wort kommt keiner vorbei. An der Auseinandersetzung mit dem Wort: Gegnerschaft, Zustimmung oder Differenzierung. Angelpunkt bleibt für alles das Wort. Auch dann, wenn man sich für neue Begriffe entscheidet.

Nicht dazu gehören Wortsurrogate, die einen abspeisen, suggerieren, man sei schon satt. Oder Wortplacebos, mit Hilfe derer man sich die Lösung einbildet. Noch nicht mal in der schönen neuen Welt der Suchmaschinen kommt man am Wort vorbei. In Form des Binärcodes als Grundlage für die Verarbeitung digitaler Information, versteht sich.

Gibt man „Krebs“ ein, findet die Maschine a) das Sternzeichen b) die Krankheit d) das Tier. Gibt man „Krebse“ ein, kommt erstmal nur das Tier. Klar, die Symbolik ist raus. Das kann der Computer nicht, gibt man mir zu verstehen. Er wird es eines Tages aber können, lässt man mich hoffen. Solang ein Buchstabe den Unterschied macht, lass ich mich im Zweifel. „Krebs“ und „Krebse“ sind im Grunde zwei verschiedene Worte, hält man mir vor. Eben, halte ich dagegen.