Montag, 31. Dezember 2012
Sonntag, den 30.Dezember 2012
Ich will möglichst viel für mein Angebot bekommen und möglichst wenig für die Angebote anderer bezahlen. Das ist schon fast alles, was zum Thema Geld und Moral zu sagen ist. Eben habe ich mich noch beklagt, dass ich nur sehr schwer meinen gerechtfertigten Preis durchsetzen kann und jetzt blättere ich schon in den Niedrigpreis- und Sonderangeboten der anderen. Sicher: Durch Appelle an mein soziales Gewissen und mein Umweltbewusstsein, lässt sich da und dort was ausgleichen, doch wehe es fehlt der Aufdruck, dann greife ich ungerührt zum Billigsten. Schliesslich habe ich mich und die meinen zu ernähren.

Da schlagen nicht zwei Herzen in meiner Brust, nein, ich bin zwei, ich bin Konsument und Anbieter. Bin beides. Habe zwei verschiedene Interessen, Grundlage aller Konflikte zwischen Moral und Geld, Geist und Materiellem, sogar Gut und Böse.

Auflösbar und lösbar ist der Konflikt nicht. Nicht durch die Diktatur der Moral, die nur die Verlogenheit der Schattenwirtschaft blühen lässt. Nicht durch eine gigantische Allmende, auf der wir uns wie im Paradies tummeln und nur einen Bogen ums Apfelbäumchen machen. Nicht durch die Herrschaft des „gesunden“ Eigeninteresses, deren „unsichtbare Hand“, ob nun der von Adam Smith oder anderer, uns in die Tasche greift, während wir noch am Menschenbild basteln.

Beide, der Homo Öconomicus wie der „wertgebundene“ Mensch scheitern allesamt am
Status quo, können allenfalls das Verhältnis zueinander neu arrangieren.