Montag, 2. Mai 2011
Montag, 2. Mai 2011
kuehnesmallworld, 22:12h
Bestlage kaufen und warten bis der Kunde die Tür einrennt: Was das Wort „Angebot“ schon befürchten lässt (1. 05. 2011), bestätigt die Realität auf das Sinnigste. Und ist auch schon das Äusserste, das sich unsere Anbieter in Sachen Angebot abverlangen. Auf keinem Fall dem Kunden hinterherrennen. Haltung bewahren, am besten hinter dem Tresen. Der Kunde muss zu einem kommen. Alles andere ist "billiger Jakob". Oder doch nicht? Hätte sich die Tür des Ladenbesitzers jetzt vielleicht einen Spalt weit geöffnet, soweit es die im Eingang gestapelten Waren zulassen, so schliesst sie sich spätestestens bei dem Wort „Angebotsorientierung“ (29. 04. 2011) gleich wieder.
Was bloss lässt Situation und Kommunikation so erstarren? Wundert es niemand, dass wir hier auf ein Bild stossen? Eine Karikatur beinahe, aber es war den Zeichnern bitter ernst damit: Die tief gebückte Haltung des Tür-Aufhaltens. Ist etwas derart in unser Fleisch und Blut übergegangen (deswegen braucht die Karikatur hier auch garnicht auftauchen), muss es sich tief eingebrannt haben in Kultur und Selbstverständnis. Als Inbegriff des Untertans wie des Spiessers, der die geschleimte Ehrbezeugung nicht weniger verschleimt annimmt, gilt sie doch nicht ihm sondern seinen Geld. Eine Antäuschung des „Oben“ und „Unten“, die wir heute ablehnen. Aber hallo: Da sprechen wir von Profanem wie Marketing, Dienstleistung und Angebot und haben mir nichts dir nichts eine Verbeugung, beinahe schon eine archaische Demutsbezeugung, vor Augen!
Um was also geht es bei Angebot und Nachfrage? Es geht um Macht. Und es geht um die Angst vor Macht. Nur die Machtfrage kann ein derartiges Gefälle erzeugen. Verbarrikadiert hinter Glastüren, Ladenausstattung und Bestlage und zunehmend hinter Internet-Shops, Portalen und Eingabemasken. Sich zunehmend entziehend der Vorstellung. Denn der Ladenbesitzer in der Innenstadt hat zwar Kapital, ist aber auch nicht mehr als Zwischenhändler. Ladenketten also, die schnell zu Befehlsketten werden. Dabei ist es durchaus auch der Kunde, der durch Unterwürfigkeit glänzt, um das zu bekommen, was er sucht und nicht das, was der Verkäufer nicht kennt.
Ein Markt, wie ein Wochenmarkt, hat was durchaus Demokratischen. Mal steht man vor, mal hinter dem Stand. Die Umkehrbarkeit, zumindest die optische, garantiert die Balance. Ist alles betoniert, stehen
sich Käufer und Verkäufer auch nicht auf einer (zumindest annehmbar) gleichen Ebene gegenüber. Im Gegenteil, es entsteht ein Gefälle, das sich als Gewohnheit zu verstetigen droht.
Was bloss lässt Situation und Kommunikation so erstarren? Wundert es niemand, dass wir hier auf ein Bild stossen? Eine Karikatur beinahe, aber es war den Zeichnern bitter ernst damit: Die tief gebückte Haltung des Tür-Aufhaltens. Ist etwas derart in unser Fleisch und Blut übergegangen (deswegen braucht die Karikatur hier auch garnicht auftauchen), muss es sich tief eingebrannt haben in Kultur und Selbstverständnis. Als Inbegriff des Untertans wie des Spiessers, der die geschleimte Ehrbezeugung nicht weniger verschleimt annimmt, gilt sie doch nicht ihm sondern seinen Geld. Eine Antäuschung des „Oben“ und „Unten“, die wir heute ablehnen. Aber hallo: Da sprechen wir von Profanem wie Marketing, Dienstleistung und Angebot und haben mir nichts dir nichts eine Verbeugung, beinahe schon eine archaische Demutsbezeugung, vor Augen!
Um was also geht es bei Angebot und Nachfrage? Es geht um Macht. Und es geht um die Angst vor Macht. Nur die Machtfrage kann ein derartiges Gefälle erzeugen. Verbarrikadiert hinter Glastüren, Ladenausstattung und Bestlage und zunehmend hinter Internet-Shops, Portalen und Eingabemasken. Sich zunehmend entziehend der Vorstellung. Denn der Ladenbesitzer in der Innenstadt hat zwar Kapital, ist aber auch nicht mehr als Zwischenhändler. Ladenketten also, die schnell zu Befehlsketten werden. Dabei ist es durchaus auch der Kunde, der durch Unterwürfigkeit glänzt, um das zu bekommen, was er sucht und nicht das, was der Verkäufer nicht kennt.
Ein Markt, wie ein Wochenmarkt, hat was durchaus Demokratischen. Mal steht man vor, mal hinter dem Stand. Die Umkehrbarkeit, zumindest die optische, garantiert die Balance. Ist alles betoniert, stehen
sich Käufer und Verkäufer auch nicht auf einer (zumindest annehmbar) gleichen Ebene gegenüber. Im Gegenteil, es entsteht ein Gefälle, das sich als Gewohnheit zu verstetigen droht.