Mittwoch, 16. März 2011
Mittwoch, 16. März 2011
kuehnesmallworld, 12:43h
Wenn die Vorräte zur Neige gehen, die Illusionen verblassen, dann geht das Äussern gern schon mal ins Veräussern über. Das Erlöschen, das Verzweifeln selbst, wird veräussert, die letzten Zuckungen versilbert. Nur, was sich bewegt und mich bewegt, nur das ist noch etwas wert, nur dafür wird noch was bezahlt. Und wenn es das Sich-Totdrehen der Wespe im Glas ist. „So sei das Leben“, mit Kommentaren wie diesem, wird der Aussichtslosigkeit noch die letzte Regung abgepresst. Aus Äussern wird Veräussern. Der Versuch auch daraus noch Kapital zu schlagen. Dass man überhaupt bis zum letzten gehen kann, dass sich die Grenze zum Letzten hin überhaupt so weit verschieben lässt, das ist die eigentliche Sensation. Die Sensation hinter den Sensationen. Hinter den Sensationen, die einen bis zum Überdruss abstumpfen. Die wirkliche Sensation aber ist: Empfinde ich selbst in dieser Situation noch was, fühle ich selbst angesichts jener Situation noch was? Das nämlich ist die ultimative Sensation, die mich zum Zuschauer, zum Gaffer macht, der bereit ist, jeden Preis zu zahlen. Die Sensation, mit der ich gelockt werde. Mit der ich überhaupt noch zu locken bin. Von der ich mir verspreche, dass sie mich vielleicht doch noch hinterm dem Ofen meiner durchgestylten Lebensfeigheit hervorlocken könnte.