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Freitag, 14. Februar 2014
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kuehnesmallworld, 10:35h
Eine Didaktik des verknüpfenden, kombinierende Lernens ist angesagt, man könnte auch sagen: Eine Didaktik für die Aneignung des Neuen.
Es gibt Didaktiken, die weitgehend dem jeweiligen Lernsystem (CBT, Kurs, Schule) entsprechen, es gibt Fachdidaktiken, die weitgehend dem jeweiligen Fachgegenstand entsprechen, aber eine Didaktik, deren Gegenstand gerade die Verknüpfung der Lernarten und -systeme ist, lässt auf sich warten. Nicht zu vergessen, das Lernen durch Nachahmen, das Lernen als Schlüsse-ziehen, das Lernen aus Fehlern, das Lernen durch Abstrahieren des Wesentlichen, das Lernen aus dem Irrtum. Dies alles primär selbstgesteuerte Lernarten, die durch die grossflächige Distribution von Stoff und Wissen durch digitale Medien immer wichtiger werden. Nicht nur die Lernarten sind zu kombinieren, sondern auch die Stoffe und Gegenstände, dieviel zugänglicher geworden sind.
Zum Ausdruck kommt diese Entwicklung in Termini wie intergriertes Lernen, vernetztes Lernen, ausserschulisches Lernen, ausserschulische Lernorte, der Rede von Grenzen als Lernorte, von Lebensräumen, wie der Grosstadt, die zum Lernort würden, in neuester Zeit ist es die gesamte Edu-Punk-Terminologie.
Allerdings fehlt im Unterschied zu früher, der dominierende Afffront gegen Schule und Lernsystem, es geht mehr um Kombination der Lernarten als um die Abschaffung einer ihrer Sorten.
Mit der Abgrenzung der Lernarten entfallen auch stoffliche Abgrenzungen, die im wesentlichen dem jeweiligen Lernsystem zu verdanken sind. Stattdessen geraten immer mehr Lebensbereiche in den Blick. Allerdings auch mit dem Effekt, dass es immer mehr Beratung und Kurse zu allem und jedem gibt. Man fragt sich, ob man das braucht, ganz richtig: "man fragt sich". Diese Frage muss man sich nämlich selbst beantworten und auch das ist ein Lernfortschritt. Die Vielfalt (Diversität) des Lernens und der Lernangebote gibt einen (unterschiedlich grossen) Teil der Souveränität an den Lernenden zurück.
Ein Beispiel:
Schritt 1: Die technische Entwicklung bringt neue Werkstoffe mit neuen Eigenschaften und Oberflächen hervor. Neben den unterschiedlichen technischen Eigenschaften fällt auf, dass Menschen verschieden auf verschiedene Oberflächen reagiere.
Schritt 2: Ich vergleiche Stoff und Struktur und komme darauf, dass es neue Stoffe und Verbundstoffe gibt, die natürlichen Oberflächen verblüffend ähneln, dass es aber auch zu völlig neuen (Oberflächen-) Strukturen kommt, die es vorher nicht gab.
Schritt 3: Der Begriff der Oberfäche löst sich langsam aber sicher von dem des Stoffes ab. Dass, was ich früher unter Oberfläche und Struktur verstanden habe, deckt nicht mehr alles, was daran beteiligt ist, ab.
Schritt 4: Ich lerne, dass ich selbst beteiligt bin, wenn ich mir Vorstellungen von Stoff und Struktur und schliesslich einen Begriff davon mache. Durch die neuen Stoffe, hat sich nämlich auch (zu Teilen) die Struktur der Welt und meiner Umwelt, inklusive meinem Begriff von ihr, geändert.
Schritt 5: Ich frage mich, ob die seperate Bedeutung der Oberfläche (Benutzeroberfläche!) nicht schon selbst die fortschreitende Trennung von (anwenderorientiertem) Nutzen und (gegenstandseigener) Stoffstruktur verkörpert und wohin das führen könnte.
Schritt 6: Wie vorher den Stoff, löse ich also meine Welt-Wahrnehmung und Begrifflichkeit in seine Einzelbestandteile auf. Die Frage nach der Struktur hat die Denkstruktur erreicht, und zwar in einer Form, in der sie sich selbst in Frage stellt.
Schritt 9: Mit diesem Blick nähere ich mich den Blicken, die auf den neuen Stoff und die Struktur geworfen werden. Was ich mit neuen Augen sehe, kann ich auch andern neu und anders nahebringen. Schritt 10: Das bezieht die Widersprüchlichkeit zwischen Stoff, Struktur und Oberfläche ein. Die (naive) Gleichsetzung von Eigenschaft und Nutzen steht in Frage.
Es gibt Didaktiken, die weitgehend dem jeweiligen Lernsystem (CBT, Kurs, Schule) entsprechen, es gibt Fachdidaktiken, die weitgehend dem jeweiligen Fachgegenstand entsprechen, aber eine Didaktik, deren Gegenstand gerade die Verknüpfung der Lernarten und -systeme ist, lässt auf sich warten. Nicht zu vergessen, das Lernen durch Nachahmen, das Lernen als Schlüsse-ziehen, das Lernen aus Fehlern, das Lernen durch Abstrahieren des Wesentlichen, das Lernen aus dem Irrtum. Dies alles primär selbstgesteuerte Lernarten, die durch die grossflächige Distribution von Stoff und Wissen durch digitale Medien immer wichtiger werden. Nicht nur die Lernarten sind zu kombinieren, sondern auch die Stoffe und Gegenstände, dieviel zugänglicher geworden sind.
Zum Ausdruck kommt diese Entwicklung in Termini wie intergriertes Lernen, vernetztes Lernen, ausserschulisches Lernen, ausserschulische Lernorte, der Rede von Grenzen als Lernorte, von Lebensräumen, wie der Grosstadt, die zum Lernort würden, in neuester Zeit ist es die gesamte Edu-Punk-Terminologie.
Allerdings fehlt im Unterschied zu früher, der dominierende Afffront gegen Schule und Lernsystem, es geht mehr um Kombination der Lernarten als um die Abschaffung einer ihrer Sorten.
Mit der Abgrenzung der Lernarten entfallen auch stoffliche Abgrenzungen, die im wesentlichen dem jeweiligen Lernsystem zu verdanken sind. Stattdessen geraten immer mehr Lebensbereiche in den Blick. Allerdings auch mit dem Effekt, dass es immer mehr Beratung und Kurse zu allem und jedem gibt. Man fragt sich, ob man das braucht, ganz richtig: "man fragt sich". Diese Frage muss man sich nämlich selbst beantworten und auch das ist ein Lernfortschritt. Die Vielfalt (Diversität) des Lernens und der Lernangebote gibt einen (unterschiedlich grossen) Teil der Souveränität an den Lernenden zurück.
Ein Beispiel:
Schritt 1: Die technische Entwicklung bringt neue Werkstoffe mit neuen Eigenschaften und Oberflächen hervor. Neben den unterschiedlichen technischen Eigenschaften fällt auf, dass Menschen verschieden auf verschiedene Oberflächen reagiere.
Schritt 2: Ich vergleiche Stoff und Struktur und komme darauf, dass es neue Stoffe und Verbundstoffe gibt, die natürlichen Oberflächen verblüffend ähneln, dass es aber auch zu völlig neuen (Oberflächen-) Strukturen kommt, die es vorher nicht gab.
Schritt 3: Der Begriff der Oberfäche löst sich langsam aber sicher von dem des Stoffes ab. Dass, was ich früher unter Oberfläche und Struktur verstanden habe, deckt nicht mehr alles, was daran beteiligt ist, ab.
Schritt 4: Ich lerne, dass ich selbst beteiligt bin, wenn ich mir Vorstellungen von Stoff und Struktur und schliesslich einen Begriff davon mache. Durch die neuen Stoffe, hat sich nämlich auch (zu Teilen) die Struktur der Welt und meiner Umwelt, inklusive meinem Begriff von ihr, geändert.
Schritt 5: Ich frage mich, ob die seperate Bedeutung der Oberfläche (Benutzeroberfläche!) nicht schon selbst die fortschreitende Trennung von (anwenderorientiertem) Nutzen und (gegenstandseigener) Stoffstruktur verkörpert und wohin das führen könnte.
Schritt 6: Wie vorher den Stoff, löse ich also meine Welt-Wahrnehmung und Begrifflichkeit in seine Einzelbestandteile auf. Die Frage nach der Struktur hat die Denkstruktur erreicht, und zwar in einer Form, in der sie sich selbst in Frage stellt.
Schritt 9: Mit diesem Blick nähere ich mich den Blicken, die auf den neuen Stoff und die Struktur geworfen werden. Was ich mit neuen Augen sehe, kann ich auch andern neu und anders nahebringen. Schritt 10: Das bezieht die Widersprüchlichkeit zwischen Stoff, Struktur und Oberfläche ein. Die (naive) Gleichsetzung von Eigenschaft und Nutzen steht in Frage.
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