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Mittwoch, 12. Februar 2014
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kuehnesmallworld, 10:11h
Lernen durch eigene Verknüpfung von Wahrnehmungen, Erfahrungen und Erkenntnissen oder Lernen innerhalb des Lernsystem (Schule, Klasse, Kurs oder Lernprogramm, ob offline oder online). Das Lernsystem ist eine gefilterte Umwelt. Die Lernziele sind hierarchisiert, werden Schritt für Schritt, Stufe um Stufe durchlaufen. Verknüpft dagegen wird das, was man vorfindet, unabhängig von der Klassifizierung des Wissens, wie sie die Kultur und die Lernsysteme vornehmen.
Richtig, das führt zu allerlei Krudem aber auch zu allerlei Genialem. Grosse Erfindungen sind dadurch entstanden, dass Denkverbote durchlöchert wurden.
Wir dagegen machen unsere Umwelt zunehmend zur Lernumwelt, statten sie aus wie ein gigantisches Klassenzimmer, indem sich die Fragen den zu erwartenden Antworten, wie man sie aus den "oberen Klassen" schon mal mitbekommen hat, anpassen. Schlimmer noch: Wir stellen nur Fragen, von denen man weiss, dass es eine Antwort für sie gibt. Die andern behalten wir besser für uns. Von der Persönlichkeit gesteuerter Erkenntnisgewinn wird Mangelware und regelrecht verlernt. Den Leidensdruck durch ungelöste Probleme, ersetzen wir durch Prüfungsstress und Leistungsdruck. So simulieren wir Umwelt, wo es doch zunehmend durchstrukturierte Lernumwelt ist. Spätestens hier wird klar, dass Lernen viel weniger Lernen als gesellschaftliches Ordnungsprinzip ist.
Der Idealismus vom natürlichen Lernen ist allerdings fehl am Platze. Von der Natur kann man zwar lernen, aber auch Macht, Durchsetzung und Rücksichtslosigkeit. Das Korrektiv kommt durch die Mitmenschen und Mitlernenden. Die Räume für gemeinsames Lernen müssen also offengehalten werden. Nicht um die Resultate im Chor aufzusagen oder zu den gleichen Ergebnissen zu kommen, sondern um mitzubekommen, dass der Andere anders lernt und Anderes lernt. Das macht Lernen nicht nur persönlicher sondern nachhaltiger. Die Verdichtung der Umwelt zum Stoff kann zurückgefahren werden. Wer einmal gelernt hat, hat es auch dann gelernt, wenn er "falsch" verknüpft hat, nämlich durch Andere korrigiert wird. Aber vielleicht hat er ja garnicht "falsch" verknüpft, sondern kommt Themen und Lösungen und Problemlösern auf die Spur, von denen er sonst nie etwas gehört hätte. Spätestens hier wird klar, dass Lernen viel eher gesellschaftlich akzeptierte Verlautbarung ist.
Lernen durch Verknüpfen sollte immer öfter das Lernens fürs System ablösen. Und vor allem früher. Das System ist an seine Grenzen gelangt. Fehler und Irrtümer werden kollektiv. Können wir davon nicht ein Lied singen? Mit unterschiedlichen Texten, aber auf dieselbe Melodie?
Dagegen lerne ich, das mir Neue mit dem mir Bekannten zu verknüpfen und daraus Lösungen abzuleiten. Ich muss mich sogar irren, wenn ich etwas Neues finden will. Dass es für Indien gehalten wurde, tat Amerika keinen Abbruch. Die Entdeckung war interessensgeleitet, man wollte den Seeweg, wollte Gewürze. Man hat einen Fehler bei der Berechnung gemacht, der Irrtum wäre gewesen, garnicht erst loszufahren. Dass ich mich irren können muss, liegt an der Vielzahl der Situationen und der Wissenssysteme, mit denen ich es zu tun habe. Deshalb bleibt Lernen als Verknüpfen, Kombinieren nach wie vor elementar. Auch wenn das Wissensvolumen rapide wächst. Oder wächst es garnicht? Wächst es nur innerhalb eines bestimmten Systems? Werden andere Modelle vernachlässigt? Werden wir so gesehen sogar dümmer?
Diese Form des Lernens via Anstoss durch die Umwelt, sei es ein Stein, über den man auf gewohntem Weg stolpert, weil zunehmende Unwetter die Wege auswaschen, sei es, well man plötzlich auf einen keltischen Grabhügel stösst, der einen nachforschen lässt, was die Kelten hier zu suchen hatten. Das Wort Stoss kommt nicht von ungefähr in diese Beispiele. Körperliches Berührt-sein, bewirkt am nachhaltigsten den Lern-Erfolg. Beim verknüpfenden Lernen, lernen wir, dass beides, das, was wir in der Hand, unter den Füssen und im Kopf haben so verknüpft werden kann, dass es weiterführt. Und zwar in eine Welt, in der sich gut und immer besser leben lässt.
Richtig, das führt zu allerlei Krudem aber auch zu allerlei Genialem. Grosse Erfindungen sind dadurch entstanden, dass Denkverbote durchlöchert wurden.
Wir dagegen machen unsere Umwelt zunehmend zur Lernumwelt, statten sie aus wie ein gigantisches Klassenzimmer, indem sich die Fragen den zu erwartenden Antworten, wie man sie aus den "oberen Klassen" schon mal mitbekommen hat, anpassen. Schlimmer noch: Wir stellen nur Fragen, von denen man weiss, dass es eine Antwort für sie gibt. Die andern behalten wir besser für uns. Von der Persönlichkeit gesteuerter Erkenntnisgewinn wird Mangelware und regelrecht verlernt. Den Leidensdruck durch ungelöste Probleme, ersetzen wir durch Prüfungsstress und Leistungsdruck. So simulieren wir Umwelt, wo es doch zunehmend durchstrukturierte Lernumwelt ist. Spätestens hier wird klar, dass Lernen viel weniger Lernen als gesellschaftliches Ordnungsprinzip ist.
Der Idealismus vom natürlichen Lernen ist allerdings fehl am Platze. Von der Natur kann man zwar lernen, aber auch Macht, Durchsetzung und Rücksichtslosigkeit. Das Korrektiv kommt durch die Mitmenschen und Mitlernenden. Die Räume für gemeinsames Lernen müssen also offengehalten werden. Nicht um die Resultate im Chor aufzusagen oder zu den gleichen Ergebnissen zu kommen, sondern um mitzubekommen, dass der Andere anders lernt und Anderes lernt. Das macht Lernen nicht nur persönlicher sondern nachhaltiger. Die Verdichtung der Umwelt zum Stoff kann zurückgefahren werden. Wer einmal gelernt hat, hat es auch dann gelernt, wenn er "falsch" verknüpft hat, nämlich durch Andere korrigiert wird. Aber vielleicht hat er ja garnicht "falsch" verknüpft, sondern kommt Themen und Lösungen und Problemlösern auf die Spur, von denen er sonst nie etwas gehört hätte. Spätestens hier wird klar, dass Lernen viel eher gesellschaftlich akzeptierte Verlautbarung ist.
Lernen durch Verknüpfen sollte immer öfter das Lernens fürs System ablösen. Und vor allem früher. Das System ist an seine Grenzen gelangt. Fehler und Irrtümer werden kollektiv. Können wir davon nicht ein Lied singen? Mit unterschiedlichen Texten, aber auf dieselbe Melodie?
Dagegen lerne ich, das mir Neue mit dem mir Bekannten zu verknüpfen und daraus Lösungen abzuleiten. Ich muss mich sogar irren, wenn ich etwas Neues finden will. Dass es für Indien gehalten wurde, tat Amerika keinen Abbruch. Die Entdeckung war interessensgeleitet, man wollte den Seeweg, wollte Gewürze. Man hat einen Fehler bei der Berechnung gemacht, der Irrtum wäre gewesen, garnicht erst loszufahren. Dass ich mich irren können muss, liegt an der Vielzahl der Situationen und der Wissenssysteme, mit denen ich es zu tun habe. Deshalb bleibt Lernen als Verknüpfen, Kombinieren nach wie vor elementar. Auch wenn das Wissensvolumen rapide wächst. Oder wächst es garnicht? Wächst es nur innerhalb eines bestimmten Systems? Werden andere Modelle vernachlässigt? Werden wir so gesehen sogar dümmer?
Diese Form des Lernens via Anstoss durch die Umwelt, sei es ein Stein, über den man auf gewohntem Weg stolpert, weil zunehmende Unwetter die Wege auswaschen, sei es, well man plötzlich auf einen keltischen Grabhügel stösst, der einen nachforschen lässt, was die Kelten hier zu suchen hatten. Das Wort Stoss kommt nicht von ungefähr in diese Beispiele. Körperliches Berührt-sein, bewirkt am nachhaltigsten den Lern-Erfolg. Beim verknüpfenden Lernen, lernen wir, dass beides, das, was wir in der Hand, unter den Füssen und im Kopf haben so verknüpft werden kann, dass es weiterführt. Und zwar in eine Welt, in der sich gut und immer besser leben lässt.
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