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Mittwoch, 17. Juli 2013
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kuehnesmallworld, 16:37h
Die Ein-Ehe hat viele ein-uneheliche Bindestrich-Kinder, die Inzest-Ehe, die Geschwister-Ehe, die Gast-Ehe, die islamische Genuss- oder Zeit-Ehe, die christliche Josefs-Ehe und jetzt also auch die Homo-Ehe.
Keimzelle von unten soll sie sein, war aber vielmehr Baustein so gut wie aller Gesellschaftsverfassungen, dynastischer, zünftiger, klerikaler und bürgerlicher Prägung und damit vor allem Instrument der Reglementierung und Disziplinierung von oben. Das Alter wurde geregelt, wer mit wem wurde geregelt, wer wen versorgt und also zu heiraten hat, alles wurde geregelt um der Stabilisierung der Gesellschaft willen. In nicht nur mittelalterlichen Zeiten war Ehe und Familiengründung nur dem gestattet, der Arbeit und damit Besitz hatte, was zeitweise mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der Heirat ausschloss, mit dem Segen der Kirche versteht sich.
Ehe ist immer Vertrag, auch wenn Ehe nicht Vertrag heisst. Die säkular gewordene Welt kennt den ausdrücklichen Ehe-Vertrag, ein Vertrag bürgerlichen Rechts zwischen den beiden vertragschliessenden Parteien. Bevor du mir mir der Moral kommst, komm ich dir mit der Sprache. Das Wort sie sollen lassen stahn: Ehe.
Wird das Wort verbogen, wird die Wahrheit gebeugt. Wo Moral ist, ist auch Doppelmoral, wo Ehe ist, sind die Bindestrich-Ehen. Aber so unterschiedlich die Hauptworte auch zusammengesetzt sind, es steckt immer noch Ehe drin. Erst wenn Vertrag nicht mehr drin steckt, wo Ehe draufsteht, hat die Lüge das Wort.
Nicht jedes Gemeinwesen braucht die Ein-Ehe, aber jedes Gemeinwesen braucht Gerechtigkeit. Und die braucht Sich-Verlassen-können. Gerechtigkeit heisst empfundene Vergleichbarkeit in einem Segment unseres Zusammenlebens. Ist die nicht gegeben werden die Verhältnisse als Machtverhältnisse und somit als Gewalt empfunden.
Die empfundene Gleichheit in der Liebe hat die empfundene Gleichheit der Lasten, der Arbeitsteilung zur Folge. Ihr folgt die Vorstellung von Gleichheit von Mann und Frau, dann die Gleichstellung im Beruf, es folgt die Gleichstellung im Steuerrecht, im Ehegattensplitting und die Gleichstellung bei der Adoption, von der Gleichheit vor Gott ganz zu schweigen.
Aber es gibt auch eine gegenläufige Bewegung: Die der Ausdifferenzierung. Beispiel: Koeducation. Teilweise werden Mädchen und Jungen wieder getrennt unterrichtet. Dann nämlich, wenn gleiche Bedingungen in Richtung Ungleichheit auszuschlagen drohen.
Das ist die Angst der Menschen: Dass sich hinter dem Streben nach Gerechtigkeit neue Ungleichheit und damit Ettikettenschwindel aufbaut. Der Widerstand ist deswegen so hartnäckig, weil die Ehe, wie immer man sie nennt, die einzige Beziehungsform ist, bei der die "Produktionsmittel" einzig in der Hand der Partner liegen. Treue ist hier Vertragstreue und Liebe ist Wahrheitsliebe.
Das Urteil über Ehe und Nicht-Ehe liegt in der Absicht, das Urteil über das, was Ehe-Bruch ist auch. Deshalb: Das Wort sie sollen lassen stahn, auf dass man sich dran stossen kann. Böse dran gestossen hat sich auch jener Super-Dogmatiker, der die Ehe vor der von ihm gutgeheissenen "christlichen" Ehe flugs zur Unzucht uminterpretierte, um den Bruch zu ermöglichen.
Warum soll es nicht zu schaffen sein, alte Ungleichheiten aus der Welt zu schaffen, ohne das Wort und mit ihm die Wahrheit? Sonst nehmen sich Extremisten und Populisten des Themas an. Die warten nur drauf. Weil sie sich den Widerstand zunutze machen wollen, der sie mehrheitsfähig machen soll.
Nach 2000 Jahre christlicher Ehe und christlichem Ehe-Bruch machen es sich Hochwürden zu einfach, Ehe einfach in Beziehung aufzulösen. Nicht jede Beziehung hat es nötig, auf Wahrheit und Gerechtigkeit zu pochen. Eine Christopher-Street-Day-Ästhetik des "Everything Goes" hilft da auch nicht weiter.
Die Menschen sind nicht blöd. Hinter trendigen Showeffekten lassen sich nämlich bequem noch weitere Anliegen durchgewinken, die schon länger auf der Agenda des Alles-ist machbar stehen: Die Gen-Manipulation, die Selektion, die Züchtung im Menschenpark. Big Brother hat einen mächtigen Kompagnon an seine Seite bekommen, Big Data. Damit wird der andere grosse Alptraum, der von unbegrenzter Kontrolle, wahrscheinlicher, dem die Einzelnen nichts mehr entgegenzusetzen haben, auch nicht ihre Beziehung, wie der Sozialist George Orwell hellsichtig erkannte.
Keimzelle von unten soll sie sein, war aber vielmehr Baustein so gut wie aller Gesellschaftsverfassungen, dynastischer, zünftiger, klerikaler und bürgerlicher Prägung und damit vor allem Instrument der Reglementierung und Disziplinierung von oben. Das Alter wurde geregelt, wer mit wem wurde geregelt, wer wen versorgt und also zu heiraten hat, alles wurde geregelt um der Stabilisierung der Gesellschaft willen. In nicht nur mittelalterlichen Zeiten war Ehe und Familiengründung nur dem gestattet, der Arbeit und damit Besitz hatte, was zeitweise mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der Heirat ausschloss, mit dem Segen der Kirche versteht sich.
Ehe ist immer Vertrag, auch wenn Ehe nicht Vertrag heisst. Die säkular gewordene Welt kennt den ausdrücklichen Ehe-Vertrag, ein Vertrag bürgerlichen Rechts zwischen den beiden vertragschliessenden Parteien. Bevor du mir mir der Moral kommst, komm ich dir mit der Sprache. Das Wort sie sollen lassen stahn: Ehe.
Wird das Wort verbogen, wird die Wahrheit gebeugt. Wo Moral ist, ist auch Doppelmoral, wo Ehe ist, sind die Bindestrich-Ehen. Aber so unterschiedlich die Hauptworte auch zusammengesetzt sind, es steckt immer noch Ehe drin. Erst wenn Vertrag nicht mehr drin steckt, wo Ehe draufsteht, hat die Lüge das Wort.
Nicht jedes Gemeinwesen braucht die Ein-Ehe, aber jedes Gemeinwesen braucht Gerechtigkeit. Und die braucht Sich-Verlassen-können. Gerechtigkeit heisst empfundene Vergleichbarkeit in einem Segment unseres Zusammenlebens. Ist die nicht gegeben werden die Verhältnisse als Machtverhältnisse und somit als Gewalt empfunden.
Die empfundene Gleichheit in der Liebe hat die empfundene Gleichheit der Lasten, der Arbeitsteilung zur Folge. Ihr folgt die Vorstellung von Gleichheit von Mann und Frau, dann die Gleichstellung im Beruf, es folgt die Gleichstellung im Steuerrecht, im Ehegattensplitting und die Gleichstellung bei der Adoption, von der Gleichheit vor Gott ganz zu schweigen.
Aber es gibt auch eine gegenläufige Bewegung: Die der Ausdifferenzierung. Beispiel: Koeducation. Teilweise werden Mädchen und Jungen wieder getrennt unterrichtet. Dann nämlich, wenn gleiche Bedingungen in Richtung Ungleichheit auszuschlagen drohen.
Das ist die Angst der Menschen: Dass sich hinter dem Streben nach Gerechtigkeit neue Ungleichheit und damit Ettikettenschwindel aufbaut. Der Widerstand ist deswegen so hartnäckig, weil die Ehe, wie immer man sie nennt, die einzige Beziehungsform ist, bei der die "Produktionsmittel" einzig in der Hand der Partner liegen. Treue ist hier Vertragstreue und Liebe ist Wahrheitsliebe.
Das Urteil über Ehe und Nicht-Ehe liegt in der Absicht, das Urteil über das, was Ehe-Bruch ist auch. Deshalb: Das Wort sie sollen lassen stahn, auf dass man sich dran stossen kann. Böse dran gestossen hat sich auch jener Super-Dogmatiker, der die Ehe vor der von ihm gutgeheissenen "christlichen" Ehe flugs zur Unzucht uminterpretierte, um den Bruch zu ermöglichen.
Warum soll es nicht zu schaffen sein, alte Ungleichheiten aus der Welt zu schaffen, ohne das Wort und mit ihm die Wahrheit? Sonst nehmen sich Extremisten und Populisten des Themas an. Die warten nur drauf. Weil sie sich den Widerstand zunutze machen wollen, der sie mehrheitsfähig machen soll.
Nach 2000 Jahre christlicher Ehe und christlichem Ehe-Bruch machen es sich Hochwürden zu einfach, Ehe einfach in Beziehung aufzulösen. Nicht jede Beziehung hat es nötig, auf Wahrheit und Gerechtigkeit zu pochen. Eine Christopher-Street-Day-Ästhetik des "Everything Goes" hilft da auch nicht weiter.
Die Menschen sind nicht blöd. Hinter trendigen Showeffekten lassen sich nämlich bequem noch weitere Anliegen durchgewinken, die schon länger auf der Agenda des Alles-ist machbar stehen: Die Gen-Manipulation, die Selektion, die Züchtung im Menschenpark. Big Brother hat einen mächtigen Kompagnon an seine Seite bekommen, Big Data. Damit wird der andere grosse Alptraum, der von unbegrenzter Kontrolle, wahrscheinlicher, dem die Einzelnen nichts mehr entgegenzusetzen haben, auch nicht ihre Beziehung, wie der Sozialist George Orwell hellsichtig erkannte.
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