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Dienstag, 5. Februar 2013
Dienstag, 5. Februar 2013
Aus Prenzelberg wird Brezelberg. Vernuschelt von den Schwaben, verwaschen in der Aussprache von den Berlinern. Das schafft Gemeinsamkeit: Hochdeutsch können beide nicht.

Wladimir Kaminer erinnert das Entern des Prenzlauer Berges durch regelungswütige Schwaben an bürokratische Sozialisten. Erstere haben ihm, als er stutzte, auch gleich erklärt, so einem wie ihm, müsse das eben fremd (!) bleiben, da er aus einem „anderen Kulturkreis“ komme. Wie bitte?

Nicht die Schrippe, nicht die Semmel, die Brezel oder „Prezel“ erhebt sich als Symbol der Zusammengehörigkeit aus märkischem Sande und macht das Ineinandergreifen der Hände vormaliger Zwangseinheit vergessen. Die Brezel, ein Meisterstück deutscher Ingenieurskunst: sauber handwerklich verarbeitet, ausgehärtet, wiedererkennbares Design.

Wie kommt es zu dieser verblüffenden preussisch-schwäbischen Symbiose? Was kommt da zusammen, was längst schon zusammengehört? Wir hätten doch viel eher angenommen, die machtbewussten Bayern trampelten durch Berlins Porzellanladen.

Des Rätsels Lösung: Hier treffen sich zwei Hochtechnologie-Eliten. Beide wissen, besser als andere, wie es besser geht. Beide sind schon länger dem wissenschaftlich-technischen Fortschritt verpflichtet und haben mit unproduktiver Aufklärung nicht viel am Hut. Beide nennen ein recht karges Land ihr Eigen und wissen, dass es was macht, wenn man nichts aus sich macht. Lange wird es nicht dauern bis die ersten E-mobile mit dem Signum der Brezel am Kühlergrill-Imitat durch die deutschen Lande brettern.

Allerdings stösst der Fahrer (die Batterie gibt leider nicht mehr her) schnell an die Grenzen seines schwäbisch-preussischen Kulturkreises. Hinter denen ist Ausland, dort leben Ausländer. So viel Ausland war lange nicht.

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