Mittwoch, 9. Januar 2013
Mittwoch, 9. Januar 2013
Krebs. Auch so ein Wort. Kampf gegen den Krebs. Den Kampf gewinnen, den Kampf verlieren. Andere Krankheiten werden therapiert, erfolgreich behandelt oder nicht behandelt. Schon das Wort Krebs ist ein Bild. Und ein Sternzeichen. Kampf also. Der Kampf gegen den Tod, den letzten Kampf verliert jeder. Den kann man nur verlieren. Den kann man nur verlieren, wenn man ihn gewinnen will. Warum motzen wir die Krankheit Krebs zur Entscheidungsschlacht auf? Weil wir sonst meinen, unsere Kräfte nicht sammeln zu können? So bildlich die Diagnose, so sehr schiessen die Mutmassungen über die Auslöser von Krebs ins Kraut. Psyche? Gesellschaft? Lebensmut? Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Auch keine weitere Deutung. Wohl aber dies: Dass Krebs ein Wort ist , und zwar eins mit grossem Symbolgehalt. Ein Wort das sich schon allein genug ist. Und was als Kampf gegen den Krebs daherkommt eher die Vorstellung eines Drachentöters ist oder einen Wort-Exorzismus viel mehr darstellt als eine Behandlung. Aber die Entscheidung sich aufzugeben oder nicht, fällt ganz woanders als am Himmel der Projektionen. Ist genauso unsichtbar, wie der im Entstehen begriffene Krebs. Vielleicht macht das Angst. Angst, nicht genug zu tun.

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