Dienstag, 24. Mai 2011
Dienstag, 24. Mai 2011
Die Distanz zum Alter überwindet man am besten kommerziell. Somit ist der Silver-Ager ein Subjekt mit Brieftasche und als solches umworbenes Objekt. Nichts führt soweit auf der Strasse der Emanzipation des Alters wie die eigenen Finanzen. Da kann ihm der versöhnliche Silberblick auf seine Existenz ruhig gestohlen bleiben.

Und der Marketer gibt ihm dazu noch folgendes auf den Weg: Mehr Aufmerksamkeit reicht nicht, du darfst dich nicht mehr abschieben lassen, du musst sagen, wo es lang geht. Weil wo du es weisst. Aber ist die Kompetenz des Marketers damit nicht weit überschritten? Irrtum. Wer kapiert hat wo die Marktmacht ist, kapiert auch, wo die Macht ist. Wer eines vom beiden trennt, schaufelt sich selbst sein Grab.

Er will also gefragt werden. Der Alte fordert es ein, gefragt zu werden. Er fordert einen anderen Umgang mit Schwächen und Behinderungen ein, weil er sie selbst erlebt, bei grösstenteils „klarer Birne“. Er fordert einen anderen Umgang mit Qualifikationen. Damit dieses Verschrotten von Menschen aufhört. Niemand weiss besser wie er, was bleibt an Qualifikation, Beurteilungskraft, auch wenn sich vieles ändert. Bis jetzt reden wir von Alten in Kategorien von Betreuung, so wie über Afrika in den Kategorien von Entbehrung.

Aber nun wird der Marketer ja regelrecht politisch! Braucht ihr den Marketer, damit euch einer sagt, dass 80% der Umturtelung der Jungen daran liegen, dass die Lohnforderungen der Jungen so apettitanregend niedrig sind? Muss man Marketer sein, um sagen zu können, dass die Arbeitswelt aus ähnlichem Grunde nach Frauen ruft, denn jung müssen sie schon sein? Muss man Marketer sein, um zu wissen, dass man ohne Jugendkult 80% seiner Trend und Hype-Produkte nicht absetzen könnte. Von der neuen Software, dem Versandartikel bis zur Eintrittskarte. Sollen Alte mehr zu sagen haben, muss anders Geld verdient werden. Nämlich nachhaltig. Wird anders Geld verdient, wird auch anders gearbeitet, nämlich auch nachhaltig. Wenn der schonende Umgang mit Ressourcen an erster Stelle steht, dann sind auch die Alten mit von der Partie. Dann ist alt zu sein ein Wert an sich muss sich nicht an die Erfahrung klammern um nötig zu sein und gebraucht zu werden (auch Alte können irren).

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