Freitag, 25. März 2011
Freitag, 25. März 2011
Zurück zum Marketing und zur Sprache im Marketing (vgl. 10. März ff.), die ja in einem Punkt vergleichsweise ehrlich ist, meistens jedenfalls: Vom Marketing geht die Aktion aus, das Marketing klopft an, will was von uns. Auch wenn es unendlich viele Versuche gibt, so zu tun als sei das anders. Da wird ein Hype ohnegleichen organisiert, Trends losgetreten, Events ohne Ende werden drumherum gruppiert: das Produkt soll in aller Munde sein. Alle sollen das Produkt haben wollen. Der Anstoss geht aber allzu offensichtlich vom Marketing aus. Das ist auch deshalb so schwer verschleiern, weil es ja selbst seine Ziele der Umsatzsteigerung lauthals kundtut. Und so viele Möglichkeiten zum Mimikry-Theater hat der Wolf, der vor der Tür steht und es auf die sieben Geisslein abgesehen hat, auch nicht: Er kann Kreide auflegen, sein Wolfs-Outfit verstecken und partiell sein Fell, nämlich an der Pfote, die sich dem Kunden entgegenstreckt, einfärben. Man muss schon glauben wollen, dass es nicht der Wolf ist, sonst würde man ihn nie hineinlassen. Lässt man Angst und Moral an Grimms Märchen vom Wolf und den sieben Geisslein einmal beiseite, bleibt noch sein Angebot übrig. Schliesslich hat der Wolf noch garnicht seine Schmuckkollektion ausgebreitet oder die Speisekarten von Call-a-Pizza verteilt. Obwohl er sein Angebot also noch gar nicht gemacht hat, lassen sich die Wenigsten davon beruhigen. Zu zielgerichtet ist die Attacke aufs Portemonnaie, zu unüberhörbar das Klopfen an der Tür. Das Begehr um Eintritt, in nicht gewünschter Deutlichkeit, bietet in der Tat Anlass zu Kritik und Fragen, die nicht gestellt würden, stünde schiere Not oder unabweisbare Notwendigkeit vor der Tür.

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