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Dienstag, 22. März 2011
Dienstag, 22. März 2011
kuehnesmallworld, 14:58h
Die Wahrheit, die im Wort steckt oder auch nicht. Ein Exempel liefert das Wort „Flugverbotszone“. Leider ein Beispiel auf dem militärischen statt dem von mir geliebten Feld des Marketings. Aber die „Flugverbotszone“ kommt so dreist daher, dass ihr unbedingt Paroli geboten werden muss. Sie unterstellt nämlich einen abwehrenden Charakter der Massnahme. Wird etwas verboten, dann wird es ausgeschlossen, werden Menschen eingeschränkt. Zweitens wird unser Blick auf den Geltungsbereich gelenkt. Eine Zone markiert das Gebiet, für das etwas erlassen wird. Beides sorgt dafür, dass das Wort „Verbotszone“ erst einmal unsere Gefahrgut-Akzeptanzkontrolle passiert. In Wahrheit erfüllt das Wort alle Merkmale einer Lüge. Die Lüge liegt vor allem in der Bewegung, besser: der suggerierten Nicht-Bewegung, dem abwehrenden Charakter.
Das Wort, das der Wahrheit viel näher käme, wäre “Präventivschlag“. Dieser macht den aktiven Charakter deutlich, lässt aber auch anklingen, dass man zuvorkomme, reagiere. Hier ist die Bewegung nach vorn ablesbar, ohne, dass, wie mit mit „Aggression“, bereits ein Urteil über die angeblich bösen Absichten gefällt wäre. Tatsache aber ist, dass auch das Wort „Präventivschlag“ nicht deutlich genug ist, weil es vieles im Ungewissen lässt, nämlich beispielsweise das Ziel. Wieviel Prävention ist nötig, um den Gegner ausreichend zu schwächen? Geht es vielleicht gar nicht um Schwächung, sondern um Ausschaltung? Dann aber wäre das Wort „Enthauptungsschlag“ aus dem Wörterbuch der Militärs viel passender.
Also „Präventivschlag“ mag durchgehen, auch weil das Wort Schützenhilfe erhält von einer Aktion, die als „Präventivschlag“ allgemein akzeptiert ist: Der Angriff Israels 1967 auf die Flugzeuge und Panzer, die ringsherum aufgezogen waren. Auch eine Reihe weiterer Analogien sind vorhanden (Region, Potentaten, Gefahr). Der Begriff „Präventivschlag“ hat also stillschweigend, ganz ohne Miltäri-Propaganda die Seiten gewechselt. Strategisch ein Vorteil, der garnicht hoch genug einzuschätzen ist.
Das Wort, das der Wahrheit viel näher käme, wäre “Präventivschlag“. Dieser macht den aktiven Charakter deutlich, lässt aber auch anklingen, dass man zuvorkomme, reagiere. Hier ist die Bewegung nach vorn ablesbar, ohne, dass, wie mit mit „Aggression“, bereits ein Urteil über die angeblich bösen Absichten gefällt wäre. Tatsache aber ist, dass auch das Wort „Präventivschlag“ nicht deutlich genug ist, weil es vieles im Ungewissen lässt, nämlich beispielsweise das Ziel. Wieviel Prävention ist nötig, um den Gegner ausreichend zu schwächen? Geht es vielleicht gar nicht um Schwächung, sondern um Ausschaltung? Dann aber wäre das Wort „Enthauptungsschlag“ aus dem Wörterbuch der Militärs viel passender.
Also „Präventivschlag“ mag durchgehen, auch weil das Wort Schützenhilfe erhält von einer Aktion, die als „Präventivschlag“ allgemein akzeptiert ist: Der Angriff Israels 1967 auf die Flugzeuge und Panzer, die ringsherum aufgezogen waren. Auch eine Reihe weiterer Analogien sind vorhanden (Region, Potentaten, Gefahr). Der Begriff „Präventivschlag“ hat also stillschweigend, ganz ohne Miltäri-Propaganda die Seiten gewechselt. Strategisch ein Vorteil, der garnicht hoch genug einzuschätzen ist.
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